Die Snowden-Dokumente werden von Glenn Greenwald und seinem Team nur spärlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Portal The Anti Media berichtet nun konkret von einem Programm der NSA, welches Skynet genannt wurde. Der Name spielt auf den Film Terminator an, wo Computer und Menschen Krieg gegeneinander führen.
 
Zwischen 2.500 und 4.000 Drohnen-Morde wurden durch die USA vollzogen. Dabei wurden lediglich zwei Dutzend Terroristen eliminiert. Der Rest waren unschuldige Menschen, die aufgrund von sogenannten Meta-Daten zum Töten auserkoren wurden. Das Programm Skynet ist ein Programm, das Daten analysiert und sich maschinell selbst weiterentwickeln soll.

 

The Anti Media berichtet unter anderem, dass die NSA 55 Millionen Mobilfunkdaten aus Pakistan und Umgebung gesammelt hat. Aus diesen Daten will eine spezielle Analyse-Software – dessen Arbeitsprinzip auch durch Business Intelligence in Unternehmen Daten auswerten soll – entscheiden, wer durch eine Drohne ermordet werden soll. Bekanntlich hat jede Software aber auch seine Fehler und wird nahezu täglich optimiert.
 
Gerade deswegen ist für den Recherche-Direktor von Human Rights Data Analysis, Patrick Ball, dieses Vorgehen der NSA „lächerlich und völliger Schwachsinn“, gleichzeitig aber auch sehr gefährlich, weil viele Unschuldige so fälschlich als Terroristen identifiziert werden. Das große Problem bei solchen Analyse-Methoden ist die Tatsache, dass man an Daten von sieben bekannten Terroristen anknüpft, die dann Rückschlüsse auf Millionen Menschen schließen sollen.
 
Große IT-Unternehmen wie IBM und Intel haben sich auf den Markt Big Data spezialisiert und wollen mit dieser Software ihre Kunden fit für die Zukunft machen. Das Portal von Glenn Greenwald, The Intercept, fand beispielsweise heraus, dass IBM auch für die NSA und ihre Unternehmen arbeitet.
 
Insgesamt sollen laut The Anti Media 3.058 Menschen durch eine Drohne getötet worden sein. Es hat sich danach herausgestellt, dass nur rund 25 Personen tatsächlich als Terroristen identifiziert werden konnten. Der Artikel mit weiteren Details und Quellen ist auf der Seite von AnonHQ abrufbar.

 

Von Christian Saarländer

Quelle: Contra Magazin