Nach Angaben der Abgeordneten der türkischen Demokratischen Partei der Völker, Feleknas Uca, haben türkische Soldaten in der Provinz Sirnak rund 150 Kurden bei lebendigem Leib verbrannt. Ihr zufolge setzen die türkischen Militärs ihre Offensive auf die kurdischen Städte im Südosten des Landes fort.

 

Die Menschen flüchten vor der türkischen Offensive in die Keller ihrer Häuser.

 

„In Cizre in der Provinz Sirnak wurden rund 150 Menschen in verschiedenen Häusern von türkischen Militärs lebendig verbrannt. Einige Leichen wurden enthauptet entdeckt“, so die Abgeordnete.

 

Ihr zufolge waren alle Verbrannten ethnische Kurden. Die Leichen waren so stark verbrannt, dass nur zehn von 115 von den Verwandten identifiziert werden konnten. Für die weitere Identifizierung waren DNA-Tests nötig.

 

Die Abgeordnete ist überzeugt, dass das Vorgehen der türkischen Streitkräfte für neue Opfer im Südosten des Landes sorgen wird. In der kurdischen Provinz Diyarbakir verstecken sich die Menschen vor der Offensive der türkischen Truppen. Viele von ihnen, darunter Frauen und Kinder, brauchen medizinische Hilfe, einige befinden sich im kritischen Zustand.

 

„Die Situation in Diyarbakir ist furchtbar. Seit 79 Tagen gilt in Sur die Ausgangssperre. 200 Menschen sind in Kellern gefangen. Die türkischen Sicherheitsdienste verhindern ihre Rettung“, so Uca.

 

Die türkischen Behörden hatten im Dezember in vielen von Kurden besiedelten Gebieten im Südosten des Landes die Ausgangssperre verhängt. In Sur dauern die Straßenkämpfe zwischen den türkischen Sicherheitskräfte und den Extremisten der kurdischen Arbeiterpartei PKK an. Nach Angaben des türkischen Generalstabs wurden in den Gebieten der Antiterroreinsätze seit Mitte Dezember mehr als 900 kurdische Extremisten vernichtet. Nach Angaben der prokurdischen „Demokratischen Partei der Völker“ kamen bei der Operation auch Dutzende friedliche Zivilisten ums Leben.