Wie die Nachrichtenagentur ANHA berichtet, haben türkische Militärfahrzeuge zusammen mit Baufahrzeugen am Donnerstag die Grenze nach Syrien überquert. Sie sind in die kurdische Grenzregion in der Nähe der Stadt Meydan Ekbis in der Provinz Aleppo eingedrungen. Dort hätten sie damit begonnen, einen Graben zwischen den Dörfern Sorka und Meydan Ekbis zu errichten. Darüber hinaus arbeite die Türkei an der Errichtung einer Betonmauer. Die Nachrichtenagentur veröffentlichte entsprechende Bilder auf ihrer Internetseite.

 

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Im syrischen Bezirk Efrin an der Grenze zur Türkei leben etwa 170.000 Menschen (2004). Überwiegend handelt es sich um Kurden. Dieser Bezirk gehört zur quasi-autonomen Region Rojava, die seit 2013 auch als »syrisches Kurdistan« bezeichnet wird.

 

Ein Informant aus türkischen Sicherheitskreisen erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, türkisches Militär habe am gestrigen Donnerstag als Vergeltungsmaßnahme erneut Stellungen der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) im Nordsyrien beschossen.

 

Die türkische Regierung wirft den mit der YPG verbündeten Kräften vor, den Bombenanschlag in Ankara am vergangenen Mittwoch verübt zu haben. Dabei wurden 28 Menschen getötet und weitere 61 Personen verletzt.

 

Am Donnerstag erklärte der türkische Ministerpräsident Achmed Davutoglu, man werde die Angriffe gegen kurdische Gruppen in Syrien fortsetzen. Die syrischen Kurden ihrerseits bestritten, für den Anschlag verantwortlich zu sein und bezichtigten Kämpfer des Islamischen Staates (IS) dieser Tat.

 

Die Türkei hat ihre militärischen Aktivitäten in den vorwiegend von Kurden bewohnten Regionen verstärkt. Dies bezieht auch türkische Regionen im Südosten des Landes und andere Gebiete im Norden Syriens und dem Irak ein.

 

Trotz der Warnungen des UN-Sicherheitsrates, in denen die Türkei aufgefordert wurde, sich an das Völkerrecht zu halten, setzte das türkische Militär seinen intensiven Beschuss der syrischen Kurden fort.

 

Die Kurdenregion in Nordsyrien ist eine Hochburg der syrischen Kurden-Partei PYD (»Partei der Demokratischen Union«) und ihrer Aktivisten sowie der Kämpfer der YPG. Die Türkei behauptet, die YPG sei mit der kurdischen Arbeiterpartei (PKK) verbündet. Diese wird von Ankara und seinen Verbündeten, den USA, als Terrorgruppe eingestuft.

 

Während die Türkei die PYG nur als syrischen Ableger der PKK betrachtet, unterstützen die USA die syrischen Kurden, die zu den wichtigsten Einheiten beim Kampf gegen den IS in der Region zählen.

 

Ankara hatte Washington gegenüber deutlich gemacht, dass es mit der Unterstützung Washingtons für die syrischen Kurden nicht einverstanden sei. Washington seinerseits erhöhte den Druck auf Ankara, die Grenze zu Syrien abzuriegeln.

 

Im Dezember erklärte Davutoglu, es sei außerordentlich schwierig, die Grenze des Landes zu Syrien zu schließen, obwohl der Großteil der Grenzregion vom »Islamischen Staat kontrolliert« werde. Stattdessen werde die Türkei andere Gegenmaßnahmen wie etwa die Errichtung von Grenzbarrieren ergreifen.

 

Schon vor einiger Zeit hatte das russische Verteidigungsministerium Luftaufnahmen und Satellitendaten veröffentlicht. Sie belegen, dass das vom IS gestohlene Öl auf drei Hauptrouten über die türkisch-syrische Grenze bis zu türkischen Mittelmeerhäfen, der Erdölraffinerie Batman auf türkischem Territorium und zu einem großen Umschlagsplatz im türkischen Cizre transportiert werde.

 

Russland erklärte, die Erträge aus diesem Erdölschmuggel kämen zum großen Teil den engsten Verwandte des türkischen Präsidenten Erdoğan zugute und trügen dazu bei, die IS-Kämpfer in Syrien zu finanzieren.

 

 

Quelle: KOPP