Die Beteuerungen der Nato, ein Sicherheitsgarant für Serbien sein zu können, wirken erniedrigend in Anbetracht des Todes der serbischen Diplomaten durch einen US-Luftangriff in Libyen, wie die amtliche Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, erklärte.

 

„Das geschieht vor dem Hintergrund der allmählichen Annäherung Serbiens durch den Westen zur Nato. Man sagt den Serben: ‚Ihr müsst der Nato angehören, weil das eure Sicherheit bedeutet. Wir schützen euch.‘ Wie können sie dieses Land schützen, wenn sie trotz Informationen über serbische Geiseln diese mit Bomben angreifen? Wie mir scheint, ist das eine besondere Art der Erniedrigung und das Aufzwingen des ‚Stockholm-Syndroms‘, da die Täter ihre Opfer dazu zwingen, sie zu lieben und ihre Neigung öffentlich zu bekennen“, sagte Sacharowa gegenüber dem TV-Sender Rossija 1.

 

US-Flugzeuge hatten am Freitag Luftschläge gegen die libysche Stadt Sabratha ausgeführt. Der Angriff richtete sich gegen den tunesischen Extremisten Nureddin Shushan, der der Teilnahme an zwei Terroranschlägen in Tunesien verdächtigt wird. Der Luftangriff forderte 49 Tote, darunter auch Ausländer. Unter den Opfern befanden sich zwei serbische Botschaftsangehörige: Sladjana Stankovic und Jovica Stepic, die im November vergangenen Jahres von Islamisten entführt worden waren.

 

Laut dem serbischen Premier Aleksandar Vucic hätten diese Zufallsopfer des Konflikts der Interessen zweier Länder noch freikommen können, wenn sie nicht bei dem US-Luftangriff  getötet worden wären.

 

Der Präsident der Republik Serbien, Tomislav Nikolic, hatte in der Vorwoche ein  Abkommen zwischen Serbien und der Nato unterschrieben, das unter anderem gemeinsame Militärübungen und eine wohlwollende Imagekampagne für die Allianz in der serbischen Gesellschaft vorsieht.

 

Quelle: Sputniknews