Nach Angaben ukrainischer Medien, hat die Kiewer Regierung im Vorfeld der jüngsten Ereignisse auf dem Maidan Maßnahmen zum eigenen Schutz getroffen: Staatseinrichtungen und Wagenkolonnen sollen nun stärker und mit einer größeren Anzahl Bewaffneter bewacht werden, wobei auch Scharfschützen eingesetzt werden können.

 

302000726
Foto: Sputnik/ Andrei Stenin

 

 

Laut der ukrainischen Zeitung „Westi“ werden staatliche Einrichtungen und Autokolonnen von Spitzenpolitikern wegen der Proteste vor dem Ministerkabinett nun stärker bewacht, außerdem könnten Scharfschützen auf den umliegenden Dächern platziert werden.

 

„Jetzt wurden sogar die Autokonvois durch Bewaffnete verstärkt. Im Innenhof des Ministerkabinetts und auch im Gebäude selbst halten Soldaten der Nationalgarde Wache“, teilte der Abgeordnete der Präsidentenpartei „Block von Präsident Petro Poroschenko“ Sergei Kaplin der Zeitung mit.

Zudem habe die Regierung mit der Überprüfung der Bunker und unterirdischen Gänge unter den Gebäuden der Präsidialverwaltung und des Ministerkabinetts begonnen.

 

„Es gibt dort ein sehr verzweigtes Netz von unterirdischen Tunneln. Aus dem Ministerkabinett und der Präsidialverwaltung kann man zur U-Bahn-Station Kreschtschatyk und zur Schuljawka gelangen“, sagte Kaplin.

 

Es gebe auch einen Tunnel, der zur Werchowna Rada (ukrainisches Parlament) führe. Wie der Ex-Abgeordnete Taras Tschernowol dem Blatt mitteilte, ist die Werchowna Rada trotz des Tunnels das am schlechtesten geschützte Gebäude – es gebe nicht einmal Gitter vor den Fenstern.

 

Solche Maßnahmen seien notwendig, da „in Kiew aus jeder Gasse sozial Deklassierte“ auftauchen könnten, betonte der Vorstand des ukrainischen Verbandes der Operatoren des Sicherheitsmarktes, Sergej Schabowt.

 

In den vergangenen Tagen ist es in Kiew im Vorfeld des Maidan-Gedenktags zu Ausschreitungen gekommen. Bei einem Versuch ukrainischer Nationalisten, Zelte auf den Unabhängigkeitsplatz (Maidan) in Kiew zu bringen, ist es zu Zusammenstößen mit der ukrainischen Nationalgarde gekommen. Mitglieder eines Bataillons der Organisation ukrainischer Nationalisten (OUN) beschädigten mehrere Gebäude, darunter das Büro des Großunternehmers Renat Achmetow, der humanitäre Hilfsgüter in das von dem bewaffneten Konflikt erschütterte Gebiet Donezk in der Ostukraine geschickt hatte, sowie mehrere Filialen russischer Banken.

 

In der ukrainischen Hauptstadt werden seit Samstag Gedenkaktionen anlässlich der tragischen Ereignisse vom Februar 2014 durchgeführt. Damals waren bei blutigen Auseinandersetzungen zwischen Radikalen und Sicherheitskräften auf dem Unabhängigkeitsplatz (Maidan Nesaleschnosti) etwa 100 Menschen getötet worden.

 

Quelle: Sputniknews