In Kiew belagern Angehörige des rechtsextremen paramilitärischen „Regiments Asow“ den Sitz des regierungskritischen TV-Senders „Inter“. Uniformierte skandieren „Ukraine über alles“ und fordern vom Sender einen Kurswechsel, wie das Nachrichtenportal 112.ua berichtet. Mitarbeiter haben sich im Gebäude verbarrikadiert.

 

Die „Asow“-Aktivisten werfen dem Sender „Kreml-Zensur“ vor und fordern von ihm eine „objektive“ Berichterstattung. Insbesondere sollen die Auftritte russischer Künstler, die bei ukrainischen Nationalisten als Feinde gelten, aus dem Sendeprogramm gestrichen werden. Die «Asow»-Führung kündigte eine unbefristete Blockade an. Den Berichten zufolge bauen die eingeschlossenen Mitarbeiter des Senders Barrikaden und ziehen Stacheldraht. Polizisten vor Ort sprechen unterdessen von einer friedlichen Aktion.

 

 

 

​„Asow“ ist einer von mehreren Dutzend paramilitärischen Freiwilligen-Verbänden, die im Frühjahr 2014 aufgestellt wurden, um die ukrainische Armee im Kampf gegen die Regierungsgegner in der östlichen Region Donbass militärisch zu unterstützen. Finanziert wird „Asow“ von Oligarch Igor Kolomoiski.

 

 

 

Der TV-Sender Inter gehört dem Oligarchen Dmytro Firtasch. In der Silvesternacht strahlte der Kanal eine Show mit russischen Entertainern und Sängern aus, die von der Regierung in Kiew als unerwünscht eingestuft worden waren. Die Sendung löste in der nationalistischen Szene Empörung aus.

 

Anfang dieser Woche schob der ukrainische Geheimdienst SBU die ehemalige Inter-Journalistin Maria Stoljarowa ab. Stoljarowa hatte sich in einer Reportage über die Toten des prowestlichen Maidan-Aufstandes bei eingeschaltetem Mikrofon Kraftausdrücke erlaubt.

 

Quelle: Sputniknews