Am Anfang galt er nur als Kasperl-Kandidat, der bald über seine verbalen Eskapaden straucheln würde. Zudem würden ihn seine politisch erfahrenen Konkurrenten weichklopfen und dann würde es sich geschlagen aus dem Rennen winden.

 

Ja, Donald Trump hat sie alle überrascht, er ist immer noch da und allen Kandidaten des Partei-Establishments davongezogen. Sie wollten ihn verhindern und jetzt droht sogar ein Umbau der Republikanischen Partei.
 

Immobilienmogul Trump hat mit seinem radikalen Wahlkampf, der nun wirklich alle eingefahrenen republikanischen Denkmuster sprengte, die Parteiobrigkeit in die Krise getrieben. Die informelle Koalition verschiedener Kräfte, auf der die Partei beruht, löst sich auf. Die wichtigen Clans der Partei, wie die Bush-Familie, müssen eine Niederlage einstecken. Die mächtigen Milliardäre im Hintergrund, wie die Koch-Brüder, müssen lernen, dass man mit ihrem Geld nicht alles kaufen kann.
 

Was die Republikanische Partei überhaupt ist, wird nicht mehr länger nur von der etablierten Parteiführung entschieden, sondern auch von Trump und seinen Unterstützern. Ein tiefgreifender Wandel ist im Gang. Das alles ist nur möglich, weil die Wähler in den USA die Schnauze voll haben von der Washingtoner Elite und einen frischen Wind wehen lassen wollen. Trump als der Anti-Politiker, der lebende Widerspruch zu Washington, kommt da gerade richtig. Kurios ist, dass er die Unterstützung von Konservativen erhält, obwohl er selbst über weite Strecken gar nicht so konservativ ist. Er steht oft sogar Positionen der Demokratischen Partei nahe. Das scheint die Wähler aber nicht zu stören, denn er wirkt authentisch in seiner Art.
 

Natürlich ist völlig unklar, wie Donald Trump all seine politischen Konzepte einlösen will, oft widersprechen sie gar der Verfassung. Kann gut sein, dass er nach einem Amtsantritt ohnehin vom Establishment ausgebremst wird … oder auch nicht, wer weiß?

 

Schafft er es, Kandidat der Republikaner zu werden, dann dürfte seine Konkurrentin mit ziemlicher Sicherheit Hillary Clinton heißen. Der Clinton-Clan ist mit allen schwarzen Künsten der Politik vertraut, schon deshalb dürfte Trump die Wahl gegen sie verlieren. Zudem werden sich alle möglichen Leute auf Clintons Seite schlagen, nur um Trump zu verhindern, selbst diejenigen, die Clinton nicht ausstehen können. Die Ausgangslage ist für Hillary Clinton wesentlich besser als für Donald Trump. Wenn, ja wenn Trump nicht doch noch einen Hebel gegen Clinton findet, wie z.B. gerade den Kampf gegen die etablierten Politik-Clans. Ganz ausgeschlossen ist es nicht, dass Trump vielleicht doch noch gewinnt.
 

Einer könnte mit Trump besonders gut leben: Wladimir Putin. Die beiden haben sich ja schon öffentlich Respekt gezollt und Trump ist ja bekanntermaßen den Slawen freundlich gesinnt, geschäftlich und privat. Die EU eingekeilt zwischen Trump und Putin würde wohl den ideologischen Erstickungstod erleiden. Kaum wahrscheinlich, dass einer der beiden das wirklich bedauern würde.

 

 

Dr. Christian Weilmeier für News Front