Die absolute Mehrheit der Ukrainer schätzt die Wirtschaftslage ihres Landes als schlecht ein, wie eine Studie der Research & Branding Group zeigt.

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Foto: Sputnik

87 Prozent der ukrainischen Bürger gaben in der Umfrage der Research & Branding Group an, mit der Wirtschaft ihres Landes unzufrieden zu sein. Weitere elf Prozent schätzten die ukrainische Ökonomie als mittelgut ein. Nur ein Prozent der Befragten hielt die Wirtschaft für gut.

 

Im September 2013, also noch vor Beginn der Euromaidan-Bewegung, hatten sich noch 66 Prozent der Bevölkerung mit der Wirtschaftslage unzufrieden gezeigt. Für 28 Prozent der Befragten war die Lage mittelgut, während vier Prozent mit der Wirtschaft voll und ganz zufrieden waren.

 

Die jüngste Umfrage zeigt deutlich, dass die meisten Ukrainer jetzt gezwungen sind, den Riemen enger zu schnallen. 59 Prozent der Befragten gaben an, am Essen sparen zu müssen. 37 Prozent sparen an Wohn- und Betriebskosten, 19 Prozent könnten sich keine großen Einkäufe mehr leisten.  44 Prozent mussten ihre Ausgaben für Freizeit und Urlaub kürzen. Lediglich drei Prozent der Befragten erklärten in der Befragung, überhaupt nicht zu sparen.

 

Im März 2014, als die Folgen des Euromaidan noch nicht so stark spürbar waren, konnten es sich 19 Prozent der Ukrainer leisten, ihre Konsumgewohnheiten nicht einzuschränken. 13 Prozent konnten sich schon damals keine großen Einkäufe mehr leisten. 15 Prozent mussten an Kommunalkosten sparen, 37 Prozent an Lebensmitteln.

 

Während im März 2014 weniger als die Hälfte der Bürger (49 Prozent) mit der materiellen Lage ihrer Familien unzufrieden waren, so stieg dieser Anteil im Februar 2016 auf 61 Prozent.

 

Und auch ihrer Zukunft sehen die Ukrainer nicht allzu optimistisch entgegen: Laut der Umfrage äußerten 37 Prozent der Befragten die Ansicht, dass sich ihre Situation noch verschlechtern wird. Nach Ansicht von 36 Prozent der Befragten wird sich die Lage nicht ändern. Lediglich 13 Prozent brachten ihre Überzeugung zum Ausdruck, dass ihr Leben besser wird. 14 Prozent konnten diese Frage nicht beantworten.

 

Die Befragung wurde vom 3. bis 11. Februar 2016 von dem ukrainischen Unternehmen Research & Branding Group durchgeführt.

 

Im Vergleich zum Dezember 2014 war Ende 2015 in der Ukraine ein drastischer Preisanstieg bei Nahrungsmitteln zu verzeichnen.  Laut dem ukrainischen Ministerium für Agrarpolitik und Ernährung haben sich die Preise für Rindfleisch, Schweinefleisch, Geflügel, Wurst, saure Sahne und Milch um 30 bis 33 Prozent erhöht, für Butter und Quark um 20 Prozent, für Eier um 72 Prozent, für Gemüse um vier bis sieben Prozent. Der durchschnittliche Preisanstieg der übrigen Lebensmitteln lag zwischen 60 und 70 Prozent.

 

Die Tarife für Wohnraum und Kommunalwirtschaft sind im Jahr 2015 gegenüber 2014 um 285 Prozent in die Höhe geschossen, fürs Heizen um 71,5 Prozent, für Warmwasser um 57 Prozent.

 

Gleichzeitig ging der Reallohn in der Ukraine nach Angaben des Staatlichen Statistikdienstes im Dezember 2015 gegenüber Dezember 2014 um zehn Prozent zurück.

 

 

Quelle: Sputniknews