Die Terrornetzwerke Daesh und die al-Nusra-Front koordinieren ihr Vorgehen und greifen gemeinsam die kurdischen Volksmilizen und die syrische Armee an, wie Selahattin Soro, Vertreter des Nationalkongresses Kurdistans (NKK) in Russland, am Dienstag zu Ria Novosti sagte.

 

„Soweit wir wissen, gibt es zurzeit keine Zusammenstöße zwischen diesen Gruppierungen, obwohl es früher auch dazu gekommen ist. Außerdem koordinieren sie in einigen Gebieten ihre Handlungen und führen gemeinsame Operationen durch. Zum Beispiel gehen sie in den Städten Aleppo und Azaz, in der Kurdenenklave Afrin gemeinsam gegen die Kurden, die syrische Armee und unabhängige Gruppierungen vor“, so Soro.

 

Ihm zufolge gibt es zwischen diesen Gruppierungen keine ideologischen Widersprüche, sondern nur eine unterschiedliche Vision der Taktik.

 

„Daesh verfolgt das Ziel, im Irak und in Syrien ein Kalifat auszurufen. Der Al-Kaida-Ableger in Syrien — die al-Nusra-Front — verkündet die Vereinigung aller Muslime in einem Staat und das Konvertieren der restlichen Bewohner des Planeten zum Islam. Diese haben dieselben Ziele. Die Mittel, mit denen sie agieren — Terrorismus, Hinrichtungen, Folter — sind auch gleich. Dies erleichtert ihr Zusammenwirken“, so der NKK-Vertreter.

 

Außerdem könnten diverse Einheiten sogar von einer Gruppierung zur anderen überwechseln und die „Flagge“ ändern, wenn es nötig sei.

 

„Genauso können IS-Kämpfer als ‚gemäßigte Opposition‘ auftreten und von der ‚gemäßigten‘ zum IS zurückkehren“, sagte er.

 

 

Seit dem 27. Februar, 00.00 Uhr Ortszeit, gilt in Syrien eine Feuerpause zwischen den Regierungstruppen und der bewaffneten Opposition. Von der Feuerpause sind die Terrornetzwerke Daesh, die al-Nusra-Front und andere von der Uno als Terrororganisationen eingestufte Gruppierungen ausgenommen.

 

Quelle: Sputniknews