An mehreren Geschäfts- und Tankstellen Bulgariens ist Treibstoff gefunden worden, der auf einem unter der Kontrolle des „Islamischen Staaten“ stehenden Gebiet hergestellt worden war, teilte die bulgarische Zeitung „Trud“ unter Berufung auf eigene Quellen im Zollamt mit.

 

Das Schmuggel-Benzin weiche um 20 bis 40 Prozent von der europäischen Norm ab, der Dieselkraftstoff um 35 bis 70 Prozent. Aktuell werden rund 50 Geschäftsstellen in der Hauptstadt Sofia und weitere 15 Läden in anderen Gebieten des Landes überprüft. Die Behörden haben noch keine offizielle Erklärung zu einer Verbindung des geschmuggelten Treibstoffs mit den Islamisten der Terrormiliz abgegeben.

 

Dass es sich um Schwarzhandel handelt, bestätigen die Satellitenaufnahmen Russlands und der USA, heißt es in dem Zeitungs-Bericht. Dieselöl und Benzin seien auf Tankern in die Häfen von Burgas und Varna geliefert worden. Es wird angenommen, dass die Schiffe auf dem Weg dorthin türkische Häfen angelaufen hätten, wo sie mit dem Treibstoff des IS beladen worden wären.

 

Wie aus den Begleitpapieren hervorgehe, sollte er in griechischen Lagern aufbewahrt werden und war für die Lieferungen innerhalb der EU bestimmt. Allerdings haben die Tanker laut „Trud“-Informationen auf unerklärliche Weise sieben türkische Häfen im Schwarzen und im Mittelmeer angelaufen.

 

Die Zeitung macht keine näheren Angaben dazu, wie der Treibstoff in die Türkei kommt.

 

Das russische Verteidigungsministerium hatte bereits im Dezember 2015 Beweise dafür vorgelegt, dass sich der IS am Transport von großen Mengen Öl über die syrische Grenze in die Türkei beteiligt.

 

Am 17. Dezember hatte der UN-Sicherheitsrat einen gemeinsam von Russland und den USA ausgearbeiteten Resolutionsentwurf zur Austrocknung der Finanzquellen der Terrormiliz Daesh verabschiedet. Der Resolution zufolge soll die Weltgemeinschaft, „energisch und entschlossen“ handeln, um die Finanzströme an den Daesh zu unterbrechen. So soll vor allem der illegale Handel mit Öl, Waffen und antiken Kulturgütern unterbunden werden. Individuen und Unternehmen, die den IS unterstützen, sollen der Resolution zufolge mit UN-Sanktionen belegt werden können.

 

Quelle: Sputniknews