Insgesamt rund 700 Millionen Dollar wert ist die Lieferung an «intelligenten Bomben», welche vom Pentagon an die Türkei verkauft wird. Die bunkerbrechenden Bomben sollen nun in den nächsten Jahren ausgeliefert werden.
 
Mitten im eskalierenden Krieg mit den Kurden im eigenen Land, in Syrien und im Nordirak, sowie dem bevorstehenden Einmarsch türkischer Soldaten in Syrien, unterzeichnete das Pentagon einen Deal zur Lieferung «intelligenter Bomben» an die Türkei. Die bunkerbrechenden Bomben mit der Bezeichnung BLU-109, bestehend auf 550 Pfund Tritonal, einer Mischung aus 80 Prozent TNT und 20 Prozent Aluminiumpulver, sollen in den nächsten Jahren an das NATO-Partnerland geliefert werden. Das Besondere an diesen Bomben ist, dass sie erst dann explodieren, nachdem sie den Bunker durchbrochen haben. Dies lässt sich die Türkei dann auch gleich einmal 700 Millionen Dollar kosten. Für die US-Rüstungsindustrie ist das ein weiterer lukrativer Auftrag, mit dem sie amerikanische Arbeitsplätze auf Kosten Tausender Menschenleben im Nahen Osten sichern.

 

Ein türkischer Militärvertreter sagte laut PressTV: «Dieser Deal kam zur rechten Zeit, zumal wir tief in einem asymmetrischen Krieg stecken und intelligente Bomben brauchen». Dieser Kommentar offenbart zudem, welche strategische Prioritäten die Türkei setzt. Hier geht es längst nicht um eine rein militärische Auseinandersetzung, sondern um einen Krieg auf allen Fronten. Die bunkerbrechenden Bomben sind hierbei nur das Sahnehäubchen, mit dem die Führung in Ankara propagandistisch verwertbare Erfolge erzielen will.
Nun stellt sich die Frage, auf welchen Schlachtfeldern das türkische Militär diese Bomben einsetzen möchte: Im Kampf gegen die Kurden in den Bergregionen oder vielleicht doch gegen die Syrisch Arabische Armee von Präsident Assad, wenn es denn bald schon zu einem Einmarsch von türkischen Bodentruppen im Nachbarland kommen sollte.

 

Von Marco Maier

Quelle: Contra Magazin