Vergangene Woche fand nach Angaben der Partei „Die Rechte“ ein Treffen mit dem berüchtigten Bataillon Azow in Dortmund statt. Die Partei wurde 2012 gegründet und ihre Mitglieder waren scheinbar selbst der NPD ein wenig zu rechts. Ein medialer Aufschrei blieb allerdings aus – weil auch gegen Russland gehetzt wurde?
 
Deutsche Medien berichten, um es noch wohlwollend auszudrücken, verhalten bis wenig über die faschistischen Strömungen in der Ukraine. Während der Revolution auf dem Maidan waren sie in der damaligen Berichterstattung quasi nicht feststellbar. Wenn doch war man sich nicht zu schade, diese Truppe, die inzwischen den Völkermord in der Ostukraine unterstützt, zu relativieren und zu verniedlichen. Nun hat sich dieses Azow-Bataillon anscheinend in östlichen Ruhrgebiet mit den braunen Gesinnungsgenossen „Die Rechte“ getroffen.
 
Zugegeben, über die Partei die sich aus dem rechten Rand der NPD und DVU zusammensetzt, wurde medial breit gesprochen. Demnach sollen sie inzwischen auch die Dortmunder Bürger mit einer Miliz schützen, da die Stadt Dortmund das Problem mit den vielen Ausländern nicht in den Griff bekomme. Sicher konnte man sich da mit dem militanten Azow-Bataillon austauschen. Medial ließ man sie dabei anscheinend in Ruhe und man konzentriert sich auf Parteien wie AfD und die Dresdner Pegida-Bewegung, die nicht mal im Ansatz so gewaltbereit für ihre politischen Positionen kämpft, wie die militanten Azow-Kämpfer.
 
Geschichtlich betrachtet hat die Nähe des Ruhrgebietes mit mörderischen Kämpfen und Völkermord eine Tradition. Viele Konzerne wie Krupp und Degussa waren im Zweiten Weltkrieg die treibende Kraft für den gescheiterten Russlandfeldzug gewesen, aber dennoch werden Firmen wie Krupp oder der Degussa-Konzern, welcher nun zu Evonik gehört, als stolze Repräsentanten des Ruhrgebietes gefeiert. Insoweit scheint man genauso geistig unterbelichtet zu sein, wie die Kämpfer des Azow-Bataillons, die nun für westliche Wirtschaftsinteressen de facto die nützlichen Idioten sind.

Der Auftritt der Partei Die Rechte resümierte den Vortragsabend, wo unter anderem auch antirussische Hetze betrieben wurde. Vielleicht war das ja für die linken Mainstream-Medien ein Grund, die strammen Faschisten in Ruhe zu lassen und man zog es lieber vor ein mediales Fass über den peinlichen Tortenwurf bei der AfD zu berichten. Verstand und Einsicht sind in der deutschen Republik anscheinend so ungerecht verteilt wie die Löhne, weswegen es nicht verwundern soll, dass man in Dortmund mit den Azow-Faschisten geistig auf Augenhöhe ist.
 
Von Christian Saarländer
 
Quelle: Contra Magazin