Die „revisionistischen“ Vorwürfe gegen Russland halten keiner Kritik stand, da sie auf der simplen Annahme beruhen, dass nur die USA die entscheidende Rolle in der Weltpolitik spielen können.

 

Diesen Standpunkt äußerte der russische Außenminister Sergei Lawrow in dem Artikel «Historische Perspektive der Außenpolitik Russlands» in der Zeitschrift «Russland in der globalen Politik».

 

„Es ist jetzt üblich geworden, Russland in der westlichen Propaganda ‚Revisionismus‘ und das angebliche Bestreben, das vor Jahren entstandene internationale System zu zerstören, vorzuwerfen, als wären wir es gewesen, die Jugoslawien 1999 unter Verletzung des UN-Statuts und der Helsinki-Abschlussakte bombardiert hatten“, schrieb Lawrow. „Als ob es Russland gewesen wäre, das das Völkerrecht ignoriert hatte, als in den Irak 2003 einmarschiert wurde, und die Resolutionen des UN-Sicherheitsrats verdreht worden waren, indem das Regime Muammar al-Gaddafis in Libyen 2011 gestürzt wurde».

 

Der Chef des russischen Außenamtes hob hervor, dass solche Anschuldigungen keiner Kritik standhalten und „im Wesentlichen auf einer einfachen und primitiven Logik basieren, die beinhaltet, dass nur Washington heute in den internationalen Angelegenheiten den Ton angeben kann“. Folgt man dieser Logik, dann gilt laut Lawrow auf internationaler Ebene das Prinzip, das einst von George Orwell formuliert wurde: „Alle sind gleich, aber manche sind gleicher als die anderen“. „Die internationalen Beziehungen sind heute ein viel zu komplizierter Mechanismus, um sie aus irgendeinem Zentrum lenken zu können“, betonte Lawrow. „Das bestätigen die Ergebnisse der amerikanischen Einmischung: In Libyen existiert eigentlich kein Staat, der Irak bewegt sich am Rande des Zerfalls und so weiter.

 

Lawrow hob hervor, dass die Probleme der heutigen Welt nur mit gemeinsamen Bemühungen der führenden Staaten gelöst werden können. «Eine zuverlässige Lösung der Probleme der heutigen Welt kann nur durch eine ernsthafte, ehrliche Zusammenarbeit der führenden Staaten und ihrer Vereinigungen im Interesse der Lösung der allgemeinen Aufgaben gewährleistet werden“, sagte der Chef der russischen Diplomatie. „Solch ein Zusammenwirken muss die Vielfalt der modernen Welt, ihre kulturell-zivilisatorische Mannigfaltigkeit berücksichtigen, die Interessen der wichtigsten Komponenten der modernen Gesellschaft widerspiegeln. Die Praxis zeigt, dass, wenn diese Prinzipien in die Praxis umgesetzt werden, konkrete, wichtige Ergebnisse erzielt werden können.»

 

Außerdem hob Lawrow hervor, dass Russland kein Interesse an einer Konfrontation mit dem Westen habe. „Wir streben weder mit den USA noch der Europäischen Union und der Nato eine Konfrontation an.“ „Im Gegenteil, Russland ist offen für das breiteste Zusammenwirken mit den westlichen Partnern.“

 

Quelle: Sputniknews