Aus Protest gegen die Räumung des Flüchtlingscamps in der französischen Hafenstadt Calais haben sich mindestens acht iranische Flüchtlinge den Mund zugenäht, wie die Agentur France Press mitteilt.

 

Die Protestierenden seien durch das Lager gelaufen. Mit Plakaten positionierten sie sich gegen die Räumung des Camps.

 

«Diese acht Iraner haben sich den Mund zugenäht, weil ihre Unterkunft zerstört wurde“, betonte François Guennoc, Sprecher des Freiwilligen-Vereins „Auberge des Migrants“ (Herberge der Migranten).

 

Am Montag hatten die französischen Behörden teilweise mit dem Abriss des spontan und ohne rechtliche Grundlage entstandenen, als „Dschungel von Calais“ bekannten Baracken- und Zeltlagers begonnen.

 

Laut der Präfektur der nordfranzösischen Hafenstadt sind etwa 800 bis 1.000 Einwanderer von der Räumung des südlichen Teils des Lagers betroffen. Im nördlichen Teil leben noch etwa 3.500 Flüchtlinge. Bei der Räumung setzte die Polizei auch Tränengas ein.

 

Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass zur Umsiedlung der Migranten alle Kapazitäten des Staates ausgenutzt würden.

 

Unter anderem geht es dabei um die Flüchtlingsaufnahmezentren, die seit Oktober 2015 die Unterbringung von rund 2.700 Migranten in Calais ermöglicht haben.

 

Quelle: Sputniknews