Abgeordnete der Oppositionsfraktion in der Stadtverwaltung Kiews haben eine Initiative gegen den Bau eines Flüchtlingslagers im Gebiet Kiew unterstützt, wie der Pressedienst der Partei am Freitag mitteilte. Ein entsprechendes Schreiben ist an Präsident Petro Poroschenko und die Oberste Rada, das ukrainische Parlament, gesandt worden.

 

Früher hatten ukrainische Medien berichtet, dass die Regierung ein Flüchtlingslager in der Stadt Jahotyn bei Kiew plane, wo auch Migranten aus Syrien untergebracht werden könnten. Diese Entscheidung war bei der Bevölkerung vor Ort auf große Unzufriedenheit gestoßen. Danach hatte der ukrainische Migrationsdienst eine öffentliche Beratung angeordnet.  Gegenwärtig werde das mögliche Flüchtlingszentrum laut Informationen aus Parteikreisen weiter aus Haushaltsmitteln renoviert. Auftraggeber sei der staatliche Migrationsdienst.

 

„Die Bevölkerung der Stadt hat eine negative Einstellung und viel Besorgnis an den Tag gelegt (…) Die Menschen meinen, es sei äußerst zynisch, Aufnahmezentren für ausländische Flüchtlinge zu bauen, während es im Staat selbst rund eine Million eigene Geflüchtete gibt.“

 
Die erste Aufnahmestelle für Flüchtlinge in der Ukraine war 2001 in Odessa eröffnet worden, sie ist für 200 Personen ausgelegt. 2004 war ein Flüchtlingsheim für 120 Menschen im Gebiet Transkarpatien in Betrieb genommen worden. Die Renovierung einer weiteren Unterkunft in Jahotyn hat auf Beschluss der Regierung begonnen.

 

Quelle: Sputniknews