Der visafreie Schengen-Raum ist in Gefahr, wie Estlands Präsident Toomas Hendrik Ilves in einem Interview gegenüber CNN sagte. Grund dafür seien die aktuellen Grenzkontrollen, die einen ständigen Charakter annehmen könnten.

 

Einige Staaten des Schengen-Raumes haben zuvor vorübergehende Kontrollen an ihren Grenzen eingeführt, um den Zustrom illegaler Migranten aufzuhalten.

 

Mitten in der Flüchtlingskrise sollten kleinere EU-Staaten dem estnischen Präsidenten zufolge solidarischer mit den Großen sein und zur Problemlösung beitragen.

 

Die von einigen Ländern eingeführten zeitweisen Grenzkontrollen könnten zur Dauerlösung werden und damit die Freizügigkeit im Schengen-Raum bedrohen, so Ilves.

 

„Bei den europäischen Steuerzahlern könnten Fragen an diejenigen Staaten aufkommen, die sich vor der Lösung der Flüchtlingskrise gedrückt haben. Das nächste Mal werden sie fragen, warum denen dann Subventionen über Strukturfonds gewährt werden sollen?“ erklärte der Präsident.

 

Die EU hätte die drohende Migrationskrise laut dem estnischen Staatschef schon vor fünf Jahren angesichts des Arabischen Frühlings vorsehen sollen:

 

„Schon vor ein paar Jahren hätten wir eine Entscheidung über die Stärkung der Außengrenzen Europas treffen sollen.“

 

Quelle: Sputniknews