Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den Bau einer neuen Flüchtlingsstadt im Norden Syriens vorgeschlagen, wie die Agentur Anadolu berichtet.

 

„Die Infrastruktur der neuen Stadt kann die Türkei errichten, während die Bauarbeiten mit Unterstützung durch die Völkergemeinschaft erfolgen sollen. Wir werden dort diejenigen unterbringen können, die Syrien noch verlassen werden müssen, sowie diejenigen, die bereits in der Türkei Zuflucht finden konnten. Wir haben diese Idee mit Herrn Obama besprochen, sogar Koordinaten bestimmt. Dennoch war von der konkreten Umsetzung bislang keine Rede. Jetzt muss ein entsprechender Beschluss gefasst werden. Man muss Entschlossenheit und Willen an den Tag legen“, sagte Erdogan bei einer Preisverleihung an die Nichtregierungsorganisation „Grüner Halbmond“.

 

Die neue Flucht-Stadt soll mit einer Gesamtfläche von etwa 4.500 Quadratkilometern in unmittelbarer Nähe der türkischen Grenze entstehen. Laut dem türkischen Staatschef soll das Stadtbild den örtlichen Traditionen entsprechen.

 

„Im Unterschied zu den westlichen Ländern stehen die türkischen Türen den Flüchtlingen weiter offen. Dennoch muss man verantwortungsbewusst sein und das Problem gemeinsam lösen“, so Erdogan.

Zuvor hatten die EU-Länder der Finanzierung eines Fonds zur Unterstützung von Flüchtlingen auf türkischem Territorium zugestimmt. Ankara soll hierzu drei Milliarden Euro erhalten. Eine Intensivierung der Beitrittsverhandlungen mit der EU und eine Vereinfachung der Visaregeln wurden im Gegenzug versprochen. Als Gegenleistung soll die Türkei so den Flüchtlingsstrom in die EU bremsen, indem sie die Geflüchteten auf ihrem Territorium aufnimmt und unterbringt.

 

In der Türkei halten sich zurzeit 2,7 Millionen Flüchtlinge auf, in der EU rund zwei Millionen. Die Türkei will entlang der Grenze zu Syrien einen mehrere Kilometer breiten Pufferstreifen schaffen. Damit könnte Ankara den Vormarsch der syrischen Kurden kontrollieren. Zudem würde die Einrichtung einer Pufferzone der gemäßigten syrischen Opposition, gegen die die syrische Armee kämpft, eine Pause ermöglichen.

 

Gleichzeitig jedoch gewährleistet die Türkei weiter Extremisten Zugang nach Syrien über ihr Territorium.

 

Quelle: Sputniknews