Die Türkei vertritt eine so harte Position beim Gipfeltreffen mit der EU, weil Ankara bestrebt ist, Brüssel unter Druck zu setzen und die EU-Politiker dazu zu bewegen, auch die Beziehungen mit Russland neu zu entwickeln, teilt das US-Analysezentrum Stratfor mit.

 

„Die Ziele der Türkei gehen viel weiter als Visafreiheit und EU-Beitritt“, so die Stratfor-Experten.

 

Ankara versuche bereits seit vielen Jahren eine flugfreie Zone entlang der syrisch-türkischen Grenze und eine sogenannte Sicherheitszone im Norden Syriens einzurichten.

 

„Die Schaffung einer flugfreien Zone ohne Beteiligung Moskaus ist aber zu gefährlich für die USA und die EU. Weder die USA noch die EU wollen einen militärischen Konflikt mit Russland riskieren“, hieß aus dem Analysezentrum.

 

Die Türkei will bei den Verhandlungen zur Migrationskrise auch die EU unter Druck setzen, um eine Regelung mit Russland zu erreichen. Experten zufolge wird es für Brüssel allerdings schwierig werden, die Beziehungen mit Moskau nach den mehrfachen Sanktionsverlängerungen wieder herzustellen.

 

„Europa hat nach dem Beginn der Krise in der Ukraine Wirtschaftssanktionen gegen Russland eingeführt. Obwohl einige EU-Mitglieder gegen die Sanktionen sind, gelingt es Deutschland immer noch, die europäische Einigkeit diesbezüglich zu halten und die Sanktionen zu verlängern. Dieses System beizubehalten wird jedoch immer schwieriger“, so Stratfor.

 

Ankara hofft, eine „Sicherheitszone“ könne die in den Norden vorrückende Kurden aufhalten und die Stellungen der sogenannten syrischen Opposition stärken, damit diese Aleppo gänzlich unter ihre Kontrolle bringen und die Macht Assads schwächen könnte.

 

Quelle: Sputniknews