Das Innenministerium Mazedoniens hat gegenüber Sputniknews vorherige Medienberichte dementiert, das Land hätte seine Grenzen für alle Migranten geschlossen.

 

Zuvor hatte die Agentur Reuters mit Verweis auf eine Quelle der örtlichen Polizei mitgeteilt, Mazedonien habe seine Grenzen für illegale Flüchtlinge „vollständig“ geschlossen. Am Dienstag soll es keinerlei Einreisen aus Griechenland gegeben haben.

 

„Wir haben unsere Grenzen nicht geschlossen. Die Sache ist nur, dass andere Staaten auf der Balkanroute keine Flüchtlinge mehr aufnehmen und wir nun Migranten im Land haben, die bis zu drei Tagen auf eine Aufnahme durch Serbien warten müssen. Gegenwärtig gibt es 430 Menschen, die auf einer Weiterreise nach Serbien warten“, so ein Pressesprecher des Innenministeriums gegenüber Sputnik.

 

Am Dienstag hat die Regierung Sloweniens eine Grenzschließung für Transitflüchtlinge ohne gültige Pässe und Visa angeordnet. Serbien erklärte daraufhin, die Balkanroute für Flüchtlinge sei damit praktisch geschlossen und führte ähnliche Maßnahme an seinen Grenzen zu Mazedonien und Bulgarien ein. Später schloss sich Kroatien der Grenzschließung an.

 

Derzeit befinden sich über 34.000 Flüchtlinge in Griechenland, darunter 6.800 auf den Inseln Lesbos, Samos, Chios, Kos, Kastelorizo, Leros und Kalymnos, 8.300 halten sich in der Region Attika auf. Weitere 13.000 bis 14.000 warten bei Idomeni an der Grenze zu Mazedonien.

 

Im Jahr 2015 sind nach Angaben der Agentur Frontex rund 1,8 Million Migranten nach Europa gekommen. Experten zufolge handelt es sich um die größte Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg.

Quelle: Sputniknews