Serbien wird der NATO nicht beitreten, wie Präsident Nikolic betonte. Man wolle allerdings mit dem Militärbündnis zusammenarbeiten, ohne dabei jedoch das gute Verhältnis zu Russland zu gefährden.

 

Der Präsident der Republik Serbien, Tomislav Nikolic, erteilte der NATO im Hinblick auf einen möglichen Beitritt Serbiens eine Absage. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Sputnik betonte er allerdings die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit dem transatlantischen Verteidigungsbündnis. Zudem machte er deutlich, wie wichtig für Serbien die Zusammenarbeit mit Russland ist.

 


„Wir werden das nicht tun“, sagte der Präsident in einem Interview mit Sputnik. Wie die Nachrichtenagentur NewsFront berichtet betonte Nikolic allerdings, dass mit der NATO in anderen Kollektiven ein großes Potential für eine Zusammenarbeit bestehe. Als Beispiel nannte er die OVKS (Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit), die auch als „Ost-NATO“ bezeichnet wird. Dort ist Serbien seit 2013 ein Beobachterland. Zudem existiert nach einer parlamentarischen Resolution aus dem Jahre 2007, in der Serbien sich in Bezug auf militärische Bündnisse der Neutralität verpflichte.

 

„Ich bestand seinerzeit persönlich darauf, dass wir eine Delegation in die Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit senden sollen. Russland hielt dies nicht für erforderlich, obwohl unsere Delegation damals bereits die Sitzungen der Parlamentarischen Versammlung der NATO besucht hatte“, sagte der Nikolic weiter.

 

Weiter betonte er wie wichtig die Zusammenarbeit mit Russland für Serbien sei. „Russland als sehr wichtiger Staat berechnet nicht, wie viel Prozent wir mit Moskau, und wie viel wir mit der NATO verbunden sind. Russland weiß, dass die Bürger Serbiens kein Bündnis mit der NATO wollen“, so der serbische Präsident.

 

Zu Beginn diesen Jahres hat Deutschland Serbien den OSZE-Vorsitz übernommen.

 

Von Christian Saarländer