14 Milliarden Hektar beträgt die Landfläche der Erde. Lediglich 1,5 Milliarden Hektar lassen sich landwirtschaftlich nutzen. Das sind gerade mal 11% der Böden weltweit.
 

Kunstdünger und neue Hochleistungssorten haben den Ertrag der Erde in den letzen 50 Jahren pro Hektar mehr als verdoppelt. Mancherorts wurde der Ertrag sogar verdreifacht. Doch wie beim Öl ist auch hier der Peak bald erreicht. Die Erträge beginnen schon jetzt durch Erosion, Überdüngung, Versalzung und Abholzung zu sinken. Und auch können die elementaren Aufgaben der Böden in den Ökosystemen  nicht mehr erfüllt werden.  Die Artenvielfalt nimmt ab und die Qualität des Grundwassers sinkt. Ackerland wird zu Weideland, da Fleisch – und Milchkonsum steigen.

 

Mittlerweile ist ein RUN auf fruchtbares Land zu beobachten. Private Investoren und Spekulanten haben in den letzten Jahren Millionen Hektar fruchtbaren Boden rund um den Globus gekauft. Das Geschäft der Zukunft!

 

 Und interessant wird das besondere Interesse an den Böden, wenn man den politischen Hintergrund mit einbezieht.

 

Das kalifornische Oakland Institut, Think Tank mit Spezialisierung auf Nahrungssicherheit und Klimathemen, dokumentiert in mehreren Berichten das Interesse von westlichen Konzernen an den Böden der Ukraine. Die Felder und Böden in dieser Region gehören zu den ertragreichsten der Welt. Die Ukraine ist der drittgrößte Mais- und der siebtgrößte Weizenexporteur der Welt. Länder Nordafrikas und des Nahen Osten kaufen ihr Getreide in der Ukraine.

 

Dieses Land verfügt über eine natürliche Ressourcen, welche bald zu den begehrtesten der Welt zählen wird – SCHWARZERDE! Ein Viertel dieser sogenannten Chernozem-Böden weltweit befinden sich in der Ukraine. US-Investoren und russische Oligarchen haben sich einen harten Kampf um den Erwerb der Grundstücke in der Ukraine geliefert. Unter ihnen der umstrittene Saatguthersteller Monsanto, der Chemiekonzern DuPont und das Agrarunternehmen Cargill. Mittlerweile sind 1,7 Millionen Hektar der ukrainischen Ackerfläche in ausländischer Hand. Um einen Vergleich zu schaffen: in Polen sind etwa 50.000 Hektar in ausländischem Besitz.

 

Es ist ein mit nichts zu vergleichendes Land Grabbing. Die pro-westliche Regierung, welche nach dem Sturz Janukowytsch‘ eingesetzt wurde, verabschiedete unter dem Druck der Weltbank und Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE), Agrarreformen, die diese Landaufkäufe vereinfachten und somit noch weitere Agrarholdings in die Ukraine lockten.

 

Birgit Bock- Luna, Bundestagsabgeordnete der Partei Die Linke, sagt dazu: „Der Konflikt in der Ukraine wird verwendet, um einen Verkauf von Ackerland im Interesse der großen Konzerne zu verschleiern.“

 

Auslöser des Konfliktes war die Ankündigung Janukowytsch das EU-Assoziierungsabkommen nicht zu unterzeichnen. Doch welcher Passus verbirgt sich in diesem Abkommen, der bis heute recht wenig Beachtung fand.

 

Artikel 404 des EU-Abkommens enthält die Klausel, dass beide Parteien daran arbeiten werden, den Einsatz der Biotechnologie zu steigern. Biotechnologie – ein von Monsanto geschaffener Euphemismus für gentechnisch veränderte Organismen (GVO). Die Ukraine hatte bis zum Sturz Janukowytsch die Verwendung von GVOs strikt verboten.

 

Wir haben also einen Putsch eines demokratisch gewählten Präsidenten. Wir haben Gesetzesänderungen, die einen Landaufkauf von ausländischen Investoren ermöglicht. Und wir haben einen Freifahrtschein für genetisch verändertes Saatgut, dass die Taschen der Investoren noch weiter füllt. Die Agrar- und Chemieindustrie wird diese, durch den Euromaidan neu geschaffenen Bestimmungen, mit Sicherheit zu honorieren wissen.

 

Quelle: NEOPresse