Russland setzt seine Anstrengungen zur Aussöhnung der sich bekämpfenden Seiten in Syrien fort, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag.

 

Wie der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, mitteilte, wird der Waffenstillstand in Syrien im Ganzen eingehalten. Er dehnt sich nur auf die so genannte Green Zone aus, wo die wichtigsten Kräfte der gemäßigten syrischen Opposition konzentriert sind und die meisten Syrer leben.

 

Die Stabilisierung in diesen Gebieten bietet die Möglichkeit, den Flüchtlingsstrom aus Syrien nach Europa zu stoppen.

 

Unter UN-Schirmherrschaft soll über die Zukunft Syriens verhandelt werden. Viele glauben an einen erfolgreichen Ausgang. Dass die Kämpfe erneut aufflammen, kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, falls die Opposition und die Assad-Regierung nicht zu einem Konsens kommen. Der Waffenstillstand dehnt sich nur auf ein Drittel des syrischen Territoriums aus. Die russische Luftwaffe und die syrische Armee gehen weiterhin aktiv gegen den „Islamischen Staat“ und „Dschabhat an-Nusra“ vor. Die Militäraktionen werden wohl so lange fortgesetzt, bis die Einheiten der Dschihadisten völlig vernichtet sind. Der Waffenstillstand dauert seit zehn Tagen, doch bislang wurden nur kleine taktische Siege errungen.

 

Parallel zu den Regierungstruppen kämpfen die Einheiten der kurdischen Aufständischen, die sowohl von Russland als auch von den USA unterstützt werden, in den Enklaven entlang der türkischen Grenze gegen IS und Dschabhat an-Nusra. Das aktive Vorgehen der Kurden ist der Grund für den Beschuss der syrischen Grenzgebiete seitens der Türkei. Aus diesem Land erfolgt die Versorgung der Extremisten mit Waffen und Kämpfern. Laut syrischen Medien sollen aus der Türkei 50 Extremisten ins Nachbarland eingesickert sein. Mudschaheddin kommen auch aus dem Irak.

 

Die USA und Russland haben zwar das Verfahren des Friedensprozesses in Syrien beschlossen, der geheime Wettstreit um die Kontrolle über das Territorium dieses Landes wird jedoch fortgesetzt. Die syrische Nachrichtenagentur Bas News berichtete unter Berufung auf einen Vertreter der Demokratischen Kräfte Syriens, dass die Amerikaner in der Provinz al-Hasaka einen zweiten Militärstützpunkt bauen, der angeblich für die Unterstützung der kurdischen Einheiten bestimmt ist. Zuvor war mitgeteilt worden, dass die USA ihren ersten Stützpunkt in Ramilan in derselben Provinz errichtet haben. Auf dem Stützpunkt sollen US-Hubschrauber und Frachtflugzeuge landen, welche die Kurden mit Munition versorgen. Vertreter der US-Behörden bestätigten zuvor die Stationierung von Spezialeinheiten in diesem Gebiet. Allerdings gab es keine offizielle Genehmigung von Damaskus für die Errichtung einer solchen Militärinfrastruktur und die Präsenz von US-Truppen.

 

Quelle: Sputniknews