Der bekannte türkische Dichter Hussein Haidar hat in einem Interview für die Agentur Sputnik den Zwischenfall mit dem durch die türkische Luftwaffe abgeschossenen russischen Flugzeug Su-24 als „eines der tragischsten Ereignisse in der Weltgeschichte“ bezeichnet.

 

„Dieser Zwischenfall ist zu einem der tragischsten Ereignisse in der politischen Weltgeschichte geworden. Mit der Zeit wird das allen klar sein. Ich will erneut vor der Mutter von Oleg Peschkow niederknien und sie um Vergebung bitten“, sagte Haidar.

 

Der Dichter hatte bereits früher die Russen in Versform um Verzeihung für das abgeschossene Kampfflugzeug gebeten.

 

Laut Haidar hat der Jet-Abschuss die engen freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Brudervölkern der Türkei und Russlands überschattet.

 

„Der Abschuss des russischen Flugzeuges kann mit dem Befehl gleichgestellt werden, ein Schiff mit brüderlich gemeinter Hilfslieferung an Bord zu versenken und die Mannschaftsmitglieder zu töten“, so der Dichter.

 

Nach seiner Auffassung hatten die russischen Piloten, die ihre Aufgabe im Rahmen einer Anti-Terror-Operation ausgeführt hatten, zum Wohl der Türkei gehandelt. „Im Fall mit dem russischen Flugzeug handelte es sich höchstwahrscheinlich um eine vorsätzliche Attacke der türkischen Luftwaffe. Unglücklicherweise konnten wir diese Provokation nicht verhindern“, so Haidar.

 

Die Beziehungen zwischen Moskau und Ankara hatten sich drastisch verschlechtert, nachdem die Türkei am 24. November 2015 an der syrischen Grenze einen russischen Bomber abgeschossen hatte. Der Kampfjet bombardierte Stellungen der Terrororganisation Daesh (auch Islamischer Staat, IS) in Syrien, als er von einer türkischen Rakete getroffen wurde und auf syrischem Gebiet abstürzte. Einer der beiden Piloten kam ums Leben. Der zweite konnte gerettet werden. Beim Rettungseinsatz wurde ein russischer Hubscharuber von Rebellen abgeschossen, ein Pilot wurde getötet.

 

Quelle: Sputniknews