Nach den Krawallen vor der russischen Botschaft in Kiew hat das US-Außenministerium die Ukraine aufgerufen, der Wiener Konvention zur Unverletzlichkeit der diplomatischen Mission nachzukommen.

 

„Wir haben Informationen über gewalttätige Protestaktionen vor den russischen diplomatischen Einrichtungen in der Ukraine gesehen“, sagte John Kirby, Sprecher des US-Außenministeriums, auf einer Pressekonferenz.

 

„Wir rufen die Leute in der Ukraine auf, ihren Protest friedlich zu äußern. Wir rufen auch die ukrainischen Sicherheitsdienste auf, ihren Verpflichtungen im Einklang mit der Wiener Konvention über die Sicherung von diplomatischen und konsularischen Missionen nachzukommen.“

 

Kirby verurteilte „alle Gewaltaktionen oder Randale gegen diplomatische Einrichtungen sowohl in der Ukraine als auch in Russland oder sonst wo in der Welt“.
In der Nacht auf Donnerstag hatten Unbekannte das Gebäude der russischen Botschaft in Kiew mit Molotow-Cocktails beworfen. Zuvor waren bereits Autos russischer Diplomaten nahe dem Gebäude der russischen Botschaft in Kiew stark beschädigt worden. Später haben Teilnehmer einer Kundgebung das Gebäude mit Steinen und Eiern beworfen.

 

Einer der Demonstranten war in das Botschaftsgelände eingedrungen und hatte Fenster im Erdgeschoß sowie Überwachungskameras zerschlagen. Die Kiewer Polizei nahm drei mutmaßliche Täter fest, die jedoch später freigelassen wurden.

 

Die antirussischen Ausschreitungen geschehen angeblich vor dem Hintergrund des Prozesses gegen die ukrainische Pilotin Nadeschda Sawtschenko. Das russische Ermittlungskomitee macht die ukrainische Soldatin, die im Sommer 2014 der ukrainischen Armee im Gebiet Lugansk die Standortkoordinaten eines russischen Kamerateams übermittelt hatte, für den Tod der russischen TV-Journalisten Igor Korneljuk und Anton Woloschin mitverantwortlich.

 

Quelle: Sputniknews