Der Konflikt in Syrien hätte schon vor vier Jahr geregelt werden können, wenn der Westen früher auf Russland gehört hätte, wie der ehemalige Sondergesandter der Vereinten Nationen in Syrien, Lakhdar Brahimi, gegenüber Al Jazeera sagte.

 

„Russland hatte damals eine realistischere Herangehensweise in Syrien vorgeschlagen als die anderen. Ich glaube, alle hätten öfter den Russen zuhören sollen. Sie wussten, wie die Situation in Wirklichkeit war.“

 

Der Moderator, der Botschafter Brahimi interviewte, machte auf Medienmeldungen vom letzten Jahr aufmerksam, laut denen Russland  angeblich schon 2012 von einem möglichen Rücktritt Assads gesprochen hätte, der Westen jedoch dagegen gewesen sei.

 

Brahimi, der von September 2012 bis Mai 2014 UN-Sondergesandter in Syrien war, gab zwar zu, dass der Westen damals mehr auf Russland hätte hören sollen, konnte die Gerüchte darüber, dass Moskau einen konkreten Vorschlag gemacht hätte, nicht bestätigen.

 

„Wenn jede (Konfliktpartei – Anm. der Red.) eine klarere Vorstellung davon gehabt hätte, was in Syrien passierte“, hätte der Konflikt tatsächlich schon vor vier Jahr beendet werden können, so der Diplomat.

 

Es gebe Brahimi zufolge keine „guten Kerle in der syrischen Tragödie“, westliche und muslimische Staaten hätten die Interessen der Bürger Syriens als Hauptpriorität anerkennen müssen.

 

„Nicht nur die muslimische Welt, die ganze Welt hat Syrien verraten. Ich meine, was haben die Amerikaner gemacht? Die Franzosen? Die Briten? Niemand hat den Syrern geholfen“, sagte er.

 

Die aktuelle Waffenruhe in Syrien schätzt Brahimi hoch ein und erkt an, dass sie „nicht nur eingehalten, sondern auch erweitert werden“ soll.

 

„Es werden Gespräche vorbereitet, ich hoffe, dass diese Gespräche tatsächlich bald beginnen“, fügte er hinzu.

 
Die Vereinbarung über die Waffenruhe in Syrien war am 22. Februar bei Konsultationen zwischen Russland und den USA erzielt worden. Demnach gilt seit dem 27. Februar, 00.00 Uhr Ortszeit, in Syrien eine Feuerpause zwischen den Regierungstruppen und der bewaffneten Opposition. Die Feuerpause erstreckt sich nicht auf Angriffe auf den Daesh (auch Islamischer Staat, IS), al-Nusra-Front und andere vom UN-Sicherheitsrat als terroristisch eingestufte Gruppen.
 
Quelle: Sputniknews