Todesgefahr trotz Waffenruhe: Im Donbass sind Journalisten der Donezker Volksrepublik, Russlands und Chinas unter schweren Beschuss geraten, meldet die Donezker Nachrichtenagentur am Montag.

 

Die in Minsk vereinbarte Waffenruhe gilt offenbar nicht für den Schutz von Journalisten. Laut der Donezker Nachrichtenagentur eröffneten ukrainische Militärs am Nachmittag das Feuer auf das Dorf Saizewo nördlich der Stadt Gorlowka. Unter Beschuss gerieten dabei Donezker Journalisten und Mitarbeiter der russischen Fernseh- und Rundfunkgesellschaft WGTRK und einer Reihe russischer Fernsehsender sowie Korrespondenten der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua.

 

Mittlerweile seien die Journalisten in Sicherheit, es gebe keine Verletzten. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums der Donezker Volksrepublik wurden die Kampfhandlungen eingestellt.

 

Seit Beginn des bewaffneten Konflikts in der Ost-Ukraine sind durch Beschuss der ukrainischen Streitkräfte vier russische Journalisten ums Leben gekommen: der Journalist Igor Korneljuk und sein Tontechniker Anton Woloschin vom Nachrichtensender Rossija 24, der Fotograf Andrej Stenin sowie der TV-Kameramann Anatoli Kljan.

 

Die Behörden der Ukraine hatten im April 2014 eine Militäroperation gegen die selbsterklärten Volksrepubliken Lugansk und Donezk gestartet, die nach dem nationalistischen Umsturz im Februar 2014 in Kiew ihre Unabhängigkeit erklärt hatten. Nach jüngsten Angaben der Uno hat der Konflikt bisher mehr als 9.000 Menschenleben gefordert.

 

Die Regelung der Situation im Donbass wird unter anderem bei den Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe in Minsk erörtert, die seit September 2014 drei Dokumente verabschiedet hat, in denen Schritte zur Deeskalation des Konflikts festgelegt sind. Aber selbst nach Vereinbarung der Waffenruhe gibt es weiter Schusswechsel zwischen den Konfliktparteien.

Quelle: Sputniknews