Der Gründer des Weltmarktführers im maschinellen Tunnelbau, Martin Herrenknecht, hat in einem Interview mit dem Handelsblatt zur Aufhebung der Sanktionen gegen Russland aufgerufen.

 

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AP Photo/ Winfried Rothermel

 

„Die Russen sind sehr deutschenfreundlich und enttäuscht, dass sich die Deutschen wegen der Ukraine von Russland abwenden“, sagte Herrenknecht.

 

„Die Ukraine gibt heute ein völlig anderes Bild ab als vor zwei Jahren, als die Sanktionen gegen Russland beschlossen wurden. Die Sanktionen gegen Russland müssen wieder weg“, betonte der Firmenchef.

 

Die Zusammenarbeit mit Russland liege gegenwärtig auf Eis, da bei dem jetzigen Rubel-Kurs die Russen keine Devisen mehr haben und kaum noch Ersatzteile bei laufenden Projekten bezahlen können. „Der Abbau der Sanktionen würde wieder eine bessere Entwicklung ermöglichen“, meint Herrenknecht.

 

Außerdem wolle der Unternehmer nach Angaben des Handelsblattes einen neuen Rekord mit „einem gigantischen Tunneldurchmesser über 19 Meter“ in Russland aufstellen. Der Konzern ist seit über 25 Jahren auf dem russischen Markt präsent.

 

Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen haben sich wegen der dramatischen Vorgänge in der Ukraine seit Ende 2013 verschlechtert. Ende Juli 2014 verhängten die USA und die EU gegen ganze Wirtschaftszweige Russlands Sanktionen. Im Gegenzug verbot Russland im August 2014 die Einfuhr mehrerer Arten von Lebensmitteln aus den USA, der EU, Kanada, Australien und Norwegen.

 

Kurz vor Neujahr hatten die EU und die USA die Verlängerung ihrer Sanktionen gegen Russland verkündet. Die EU-Restriktionen, die bis zum 31. Januar 2016 galten, wurden damit bis zum 31. Juli verlängert. Die Aufhebung der Sanktionen ist an die Umsetzung der Minsker Abkommen zur Regelung der Ukraine-Krise geknüpft.

 

Quelle: Sputniknews