Der Beschluss des Kreml über den Teilabzug der russischen Fliegerformationen aus Syrien zeigt nach Ansicht von Thomas Jäger, Professor am Lehrstuhl für Internationale Politik und Außenpolitik der Universität zu Köln, das Russland mit seinem militärischen Engagement bereits wesentliche Ziele erreicht hat.

 

„Der Abzug zeigt, dass die Ziele, vielleicht auch nur Teilziele der russischen Politik erreicht wurden“, äußerte er in einem Sputnik-Telefoninterview. „Man hat die identifizierten Kämpfer getötet und den IS sehr stark geschwächt.“

 

Es komme nun darauf an, wie die syrische Regierung reagieren werde, fügte er hinzu.

 

Das militärische Engagement habe Jäger zufolge aus russischer Sicht wesentliche Ziele erreicht: „Russland wird wieder als ein wichtiger militärischer und diplomatischer Spieler im Mittleren Osten wahrgenommen. Es hat auch dazu geführt, dass man den Einsatz kurz hält, verglichen mit anderen Militäreinsätzen, bei denen es immer schwierig ist, nachdem man begonnen hat, ein Ende zu finden, wenn wir hier insbesondere an den Irak-Krieg denken.“

 

„Der diplomatische Weg ist der einzige, der gegangen werden kann, aber das heißt noch lange nicht, dass er erfolgversprechend beschritten werden kann“, räumte Professor Jäger ein. „Was Syrien dringend braucht, ist eine legitime Regierung, die in die Lage versetzt wird, das Land wiederaufzubauen.“ Dies müsse mittelfristig das Ziel der Verhandlungsteilnehmer sein.

 

Quelle: Sputniknews