Dass Angela Merkel den Aufstieg der AfD als „kein existenzielles Problem“ abtut, erinnert an das Verhalten des Klavierspielers auf der Titanic, wie der Ex-Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) im Interview mit der Zeitung Die Welt sagte.

 
Noch nach der Veröffentlichung erster Hochrechnungen zu den Landtagswahlen hatte Bundeskanzlerin Merkel versichert, die AfD sei „kein existenzielles Problem“ für ihre Partei.

 

„Das erinnert mich an den Klavierspieler auf der ‚Titanic‘. Der spielte auch bis zum Schluss, denn sein Flügel funktionierte ja. Und abgesoffen ist er trotzdem. Wer jetzt das Wahlergebnis in dieser Weise schönredet, bringt die Menschen noch mehr in Rage“, zweifelt der CSU-Politiker gegenüber Die Welt an der Kanzlerin.

 

 

Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, müsste die CDU Ramsauer zufolge verheerende Einbußen hinnehmen. Die Partei habe sich von den Wählern entfernt.

 

„Sie sind heimatlos geworden und landen bei der AfD. In der CDU scheint leider nicht mehr der alte Leitsatz zu gelten, dass rechts von ihr keine demokratisch legitimierte Kraft existieren darf, sondern nur links von ihr. Diesen Eindruck erweckt die Politik Angela Merkels“, sagte Ramsauer.

 

Eine einheitliche europäische Lösung, von der sich alle in der EU und besonders die Kanzlerin so viel versprechen, gebe es schon jetzt, so Ramsauer weiter.

 

„Was Österreich und die Balkanstaaten unter Billigung der Osteuropäer, Italiens und Frankreichs mit der Abriegelung der Balkanroute getan haben, ist quasi eine Art europäische Lösung. Vielleicht nicht im Sinne Merkels“, meint der Politiker.

 

Merkel sei „ein Stück weit entmachtet worden“, und zwar von dem kleinen Österreich, das ihr „das europapolitische Heft des Handelns“ aus der Hand genommen hatte.

Nun müsse sie diesem Kurs, der Fakten geschaffen habe, folgen und für Deutschland dringend ein Ende der Aufnahmebereitschaft verkünden, schlussfolgerte Ramsauer.
 
Quelle: Sputniknews