Als sich Russland für eine Feuerpause in Syrien aussprach, zeigte sich Amerikas Lügenpresse wie die New York Times und das Wall Street Journal überrascht. Überrascht reagierte sie auch, als Putin die Angriffe auf den »Islamischen Staat« einstellte und einen Teil seiner Truppen abzog. Amerikas Lügenmedien sind Gefangene ihrer eigenen Propaganda; deshalb sind sie jetzt so verblüfft, dass ihre eigenen Propagandaprognosen nicht eintreten.

 

Putin hat dem »Islamischen Staat« seine Offensivfähigkeiten genommen und Syrien von den Terroristen befreit, die dort mit Unterstützung Washingtons agierten. Jetzt verlagert Putin seine Bemühungen auf die diplomatische Ebene. Sollten die Friedensbemühungen in Syrien scheitern, kann man dafür nicht Russland die Schuld geben.

 

Für Putin ist es ein großes Risiko, der mit Neokonservativen verseuchten US-Regierung Vertrauen zu schenken.

 

Aber wenn der IS mit Hilfe Washingtons den Konflikt erneuert, kann Russland den Militäreinsatz erneut anlaufen lassen, denn man hat die Luftwaffen- und Marinestützpunkte in Syrien behalten.

 

Aufmerksame Beobachter wie Professor Michel Chossudovsky bei Global Research, Stephen Cohen oder The Saker haben registriert, dass der russische Truppenabzug in Wirklichkeit eine Auszeit ist, in der Putins diplomatische Arbeit an die Stelle von Russlands militärischen Fähigkeiten tritt.

 

Der IS liegt am Boden. Insofern ist die Gefahr geringer, dass Washington einen Waffenstillstand vereinbaren will, um den »Islamischen Staat« wieder militärisch hochzurüsten. Wenn Putin Washington traut, geht er ein Risiko ein. Doch dieses Risiko ist es wert, kann es doch dazu führen, dass Russlands Diplomatie gestärkt wird und sich über Washingtons Methoden mit Drohungen, Zwängen und Gewalt erhebt.

 

Was Putin in Wirklichkeit erreichen will: Den Europäern soll klar sein, dass sie als Washingtons Vasallen Gewalt den Vorzug gegenüber dem Frieden geben und dass sie von den Neokonservativen in einen tödlichen Konflikt mit Russland gestürzt werden könnten, an dessen Ende Europas Zerstörung stünde.

 

Putin hat zudem gezeigt, dass Russland anders als Washington imstande ist, in kürzester Zeit und ohne eigene Verluste entscheidende militärische Ergebnisse zu erzielen. Weiter hat Russland gezeigt, wie man sich zurückzieht, ohne eine dauerhafte Besatzungsmacht zu werden. Eine sehr beeindruckende Vorstellung, die die Welt dazu bringt, noch einmal darüber nachzudenken, welches Land in Wahrheit die Supermacht ist.

 

Der Eindruck, dass Amerika im Verfall begriffen ist, wird dadurch bestärkt, dass weder die Republikaner noch die Demokraten geeignete Anführer für die Präsidentschaftswahlen aufbieten können. Amerika gelingt es nicht mehr, politische Führungspersönlichkeiten hervorzubringen. Jeder neue Präsident ist schlechter als sein Vorgänger. Der Rest der Welt wird sich fragen, wie ein Land, das nicht einmal einen geeigneten Präsidentschaftskandidaten hervorbringen kann, eine Supermacht sein soll.

 

Quelle: KOPP