„Die Feder ist mächtiger als das Schwert.“ Zitat eines englischen Autors aus dem 19. Jahrhundert. Heute immer noch so aktuell und passend wie damals. Denn ganz im Sinne dieser Losung handelt die seit September 2015 aktiv arbeitende EU EAST STRATCOM TASKFORCE (EEST). Dabei handelt es sich um ein „Strategisches Kommunikationsteam Ost“, welches in Russland und den Staaten Osteuropas die Werte und die Ansichten der EU-Politik verbreiten will.

 

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Martin Schulz, links, und Jean-Claude Juncker / ec.europa.eu

 

Das Hauptaugenmerk dieser Taskforce liegt darauf, dass die von russischen Medien verbreiteten Informationen als „Desinformationsaktivitäten“ und „Fehlinformationen“ dargestellt werden sollen. Gezielt werden Journalistenverbände geschaffen, die den bevorzugten europäischen Meinungskonsens verbreiten sollen. Kurzum – europäische Gegenpropaganda soll eine Neutralisierung von russischen Sichtweisen und Desinformationen ermöglichen.

 

Diese Kommunikationsoffensive birgt die konkrete Gefahr, dass das Verhältnis zwischen den westlichen Staaten und Russland weiter abkühlt. Denn bezieht man mit ein, dass die EEST, also die EU-Kommission und die EU-Mitgliedstaaten, nichtstaatliche-Medien Russland finanziell unterstützt, muss man klar erkennen, dass hier direkt und unmittelbar in die russische Medienlandschaft eingegriffen wird.

Man stelle sich den Aufschrei vor, wäre es umgekehrt.
Auf die Frage der Partei Die Linke, welche eine kleine Anfrage an die Bundesregierung gestellt hatte, inwiefern denn auch deutsche Journalisten oder Mitarbeiter an dieser Taskforce beteiligt seien, entsprang folgende Antwort:
„Die EU East Stratcom bemüht sich um den engen Austausch mit allen relevanten Partnern: EU-Mitgliedsstaaten, internationale Organisationen wie NATO, OSZE und Europarat, Partnerländer der EU, zivilgesellschaftliche Akteure, Journalisten und Medienvertreter.“
Dieses Konglomerat besteht zur Zeit aus 450 Mitarbeitern, ein Netzwerk aus Journalisten, Bediensteten aus staatlichen Stellen und Angestellten in zivilen Organisationen aus mehr als 30 Ländern. Für diese 450 Mann starke Truppe steht eindeutig fest, dass aus Moskau die Propaganda kommt und diese Taskforce für unabhängige, freie, unzensierte und objektive Berichterstattung steht. Die Wahrheit ist aber nicht schwarz oder weiß.

 

Und daher kann man russische Desinformationen, wie zum Beispiel der Ente aus Oktober 2015 – „IS-Kämpfer fliehen in die Ukraine, um dort zu kämpfen“ – nicht mit weiteren Informationen oder sogar Gegenpropaganda blockieren. Aufklärung und Ermunterung dazu, Medien, seien es nun russische oder europäische, kritisch zu hinterfragen, sollte hier der Ansatzpunkt sein. In Zeiten der Reizüberflutung ist Medienkompetenz ein nicht zu verachtendes Rüstzeug auf welches die EU-Kommission lieber ihr Augenmerk hätte legen sollen.

 

 

Quelle: NEOPresse