Pawel Klimkin, der ukrainische Außenminister, berichtet, dass er seine Öffentlichkeitsarbeit in den Niederlanden steigern wird. Hintergrund ist ein Referendum, wonach die niederländischen Bürger via Volksstimmung darüber entscheiden können, ob das Land dem EU-Assozierungsabkommen zustimmen soll. Ukraine-Prominenz wird also auf PR-Tour geschickt.
 
Wie das ukrainische Nachrichtenportal zu.ua berichtet, arbeite man in der Ukraine daran, den Niederlanden ein positives Bild vom Land zu vermitteln. Akteure aus unterschiedlichen Ebenen schlossen sich zusammen, um eine entsprechende Kampagne zu starten. Darunter sind nichtstaatliche Organisationen, Parlamentarier, Diplomaten und weitere Politiker beteiligt, um damit einen politischen Prozess in den Niederlanden zu ihren Gunsten zu beeinflussen.
 
In einem Interview mit dem Fernsehsender „Inter“ hat Klimkin angekündigt, dass Finanzministerin Natalia Jaresko, der Kiewer Bürgermeister und ehemalige Boxweltmeister Vitali Klitischko und andere prominente Persönlichkeiten der Ukraine in die Niederlande reisen werden, um aktive PR-Maßnahmen durchzuführen. Es sollen weiters auch Politiker aus anderen EU-Ländern in den Niederlanden öffentlichkeitswirksam für die Ukraine auftreten.
 
Klimkin war vor seinem Amtsantritt als Außenminister im Jahre 2014 Botschafter der Ukraine in Berlin. Hinter dem Begehren für eine Volksabstimmung steckt die EU-kritische Initiative Geen Peil welche für ihr Anliegen 428.000 Unterschriften gesammelt hat. Die Abstimmung soll am 6. April stattfinden. Westliche Geheimdienste werfen der Organisation eine Zusammenarbeit mit dem Kreml vor, obgleich man das nicht glaubhaft nachweisen kann. Deswegen suchen gleich mehrere amerikanische Geheimdienste nach Beweisen für solche Aktivitäten seitens der Russischen Föderation.

 

Von Christian Lehmann