Das Russland-Embargo hat auch zu einer positiven Dynamik in der Entwicklung der russischen Wirtschaft geführt, wie der Holländer Jan Dunning, der in Russland den Lebensmittel-Discounter Lenta leitet, dem österreichischen Wirtschaftsmagazin trend.at sagte.

 

„Es ist wahrscheinlich nur schwer vorstellbar, aber es ist für unsere Konsumenten de facto nicht spürbar. Das Embargo hat in Russland vielmehr einen enormen Entwicklungsschub ausgelöst“, teilte Dunning mit.

 

Vor den Wirtschaftssanktionen habe es außerhalb der Stadtgrenze von Moskau oder St. Petersburg nur wenige beackerte Felder gegeben, nun seien jedoch tausende Hektar bewirtschafteter Flächen dazugekommen.

 

„Erst kürzlich hat ein Unternehmer 150.000 Hektar für die landwirtschaftliche Bewirtschaftung erworben. Im Grunde ist das Embargo das Beste, was uns passieren konnte“, betont Dunning.

Trotz der geschrumpften Einnahmen der russischen Haushalte sei eine starke Wachstumsdynamik bei  solchen Discountmärkten wie der von Dunning  geleitete „Lenta“ zu verzeichnen – dies ermögliche die Strategie eines  Low-Cost-Business-Modells.

„Im Vorjahr konnten wir den Umsatz um rund 23 Prozent auf 19,4 Milliarden Euro steigern. Gegenüber 2013 haben wir unseren Umsatz um 3,8 Milliarden Euro erhöht“, betont er.

 

Im Jahr 2016 plant „Lenta“ die Eröffnung von acht neuen Supermärkten und 40 Hypermärkten in elf russischen Städten. Insgesamt verfüge der Lebensmittel-Discounter in Russland über 172 Märkte.

 

 

Quelle: Sputniknews