Russlands Luftwaffe ist bereit, Angriffe gegen die von Amerikanern unterstützten Oppositionseinheiten zu fliegen, die gegen den Waffenstillstand verstoßen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

 

Moskau und Washington können immer noch keine gemeinsame Sprache bei der Lösung der Syrien-Krise finden. Diese Widersprüche werden wohl bei dem am Mittwoch beginnenden Besuch von US-Außenminister John Kerry in Moskau erörtert.

 

Der Sprecher des US-Außenministeriums, John Kirby, versuchte am Dienstag, die Ankündigung des Leiters der Hauptverwaltung des Generalstabs, Sergej Rudskoi, zu dementieren, wonach die russisch-amerikanischen Beratungen am 18. März in Amman „die fehlende Bereitschaft der USA ans Licht brachten, die Vorschläge zur Überwachung des Waffenstillstandes in Syrien gegenständlich zu erörtern“.

 

Kirby zufolge wird der Waffenstillstand trotz gegenteiliger Berichte weiterhin eingehalten. Doch das russische Zentrum zur Versöhnung der sich bekämpfenden Seiten in Syrien legte am Dienstag erneut neue Fakten über Waffenstillstandsbrüche in den Provinzen Latakia, Hama und Aleppo vor. Dabei wurden konkrete Gruppierungen genannt – die sogenannte Freie Syrische Armee, Ahrar al-Scham sowie andere „nicht bestimmbare“ Gruppierungen. Sie gingen von einem Territorium aus, wo sich die von den USA unterstützte gemäßigte syrische Opposition befindet. Ob gegen diese Gruppierungen russische Fliegerkräfte eingesetzt wurden, wird nicht berichtet, obwohl dies ab dem 22. März laut Rudskoi getan wird.

 

Unklar bleibt, warum Washington die russischen Vorschläge zur Kontrolle des Waffenstillstandes so kühl aufnimmt. „Washington ist nicht daran interessiert, Angriffe gegen Gruppierungen zu fliegen, die laut den USA die Assad-Regierung vernichten sollen. Die Unterzeichnung eines Abkommens zur Kontrolle des Waffenstillstandes, auf das Moskau beharrt, würde für die USA bedeuten, gerade diese Verpflichtungen einzugehen“, so eine Quelle aus militärdiplomatischen Kreisen. Man kann zu dem Schluss kommen, dass die Reise Kerrys nach Moskau kaum militärische Meinungsverschiedenheiten lösen wird, die zwischen Russland und den USA in Syrien entstanden sind. Die Amerikaner sind wohl damit unzufrieden, dass das Assad-Regime mit der Hilfe Moskaus und des Irans wichtige Siege gegen den IS und Extremisten anderer Gruppierungen erringt.

 

Die arabische Nachrichtenagentur Al-Masdar berichtete unter Berufung auf eine militärische Quelle in Damaskus, dass die russischen Fliegerkräfte weiterhin Angriffe gegen Terroristen bei Palmyra fliegen. In Homs befinden sich die kampffähigsten Kräfte der Assad-Anhänger. Sie unternehmen einen erfolgreichen Vorstoß in nordöstliche Richtung. Die Sturmbrigade „Tiger“ soll am Dienstag mit Unterstützung der libanesischen Hisbollah, der Einheit „Wüsten-Falken“ und syrischen Marineinfanteristen einen Sturm auf Dschebel al-Tar organisiert haben, wobei die Verteidigungsstellungen der IS-Terroristen im Westen Palmyras angegriffen wurden. Zur Unterstützung wurden auch Einheiten der Iranischen Revolutionsgarde zusammen mit der afghanischen schiitischen Miliz dorthin verlegt.

 

 

Der Sturm der Assad-Truppen, der Aufständischen und der Iranischen Revolutionsgarde auf Palmyra sowie die Angriffe gegen Extremistenstellungen in der Provinz Deirez-Zor fielen zeitlich mit den Maßnahmen der irakischen Armee zur Befreiung der Provinz Anbar im Irak zusammen. Das sind vor allem schiitische Truppen, die vom Iran unterstützt werden. Sie bekommen natürlich keine Unterstützung der USA. Die Amerikaner, die sunnitische Einheiten unterstützen, haben wohl andere Pläne in Bezug auf die Kampfhandlungen im Irak und Syrien.

 

Quelle: Sputniknews