Der neue Nato-Oberbefehlshaber in Afghanistan, John Nicholson, hat sich für den US-Luftangriff auf ein Krankenhaus der Wohltätigkeitsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ vor rund fünf Monaten entschuldigt. Doch der Bruder eines beim Angriff verstorbenen Arztes, Karim Bajaouri, sagt, der Mord von Zivilisten sei nicht zu entschuldigen.

 

„Ich trauere mit Ihnen und bin zutiefst betroffen von Ihren Verlusten und Leiden. Ich bitte Sie um Verzeihung“, sagte Nicholson während eines Treffens mit den Ärzten ohne Grenzen und den Opfern der Kundus-Attacke.

 

Doch anscheinend ist eine Entschuldigung nicht genug nach dem tödlichen Luftangriff, bei dem mehrere Dutzend Menschen ums Leben gekommen waren.

 

„Sie bitten uns um Entschuldigung nach dem Mord an Zivilisten?! Sie entschuldigen sich nur? Zuerst schießen sie auf Zivilisten und anschließend entschuldigen sie sich. Ich persönlich brauche solche Entschuldigungen nicht, ich akzeptiere sie nicht. Auf diese Weise können unsere moralischen Wunden nicht geheilt werden“, sagte Karim Bajaouri, der Bruder eines bei der Attacke in Kundus verstorbenen Arztes in einem Interview für Sputnik.

 

„Mein Bruder war erst 32, er hatte eine Frau und vier Kinder (…). Niemand von ihnen hat eine Entschädigung erhalten. Mein Bruder ist gestorben, nur weil er gewöhnliche Menschen geheilt und ihnen geholfen hat. Es stellt sich heraus, dass das menschliche Leben keinen Wert hat. Das ist die bittere Wahrheit“, fügte Bajaouri hinzu.

Quelle: Sputniknews