Bis zum 25. März verweilt in der selbsterklärten Donezker Republik eine Delegation der tschechischen Organiosation Národní domobrana (deutsch „Nationale Volksmiliz“ – Anm. der Red.). Delegationsvertreterin Nela Lisková sprach mit Sputniknews über ihre Eindrücke.

 

„Wir sind hierher gekommen, um alles mit eigenen Augen zu sehen, um Informationen über die humanitäre Lage zu sammeln. Unsere Medien verkehren doch absichtlich die Wahrheit über Donezk, die Regierung kann auch nicht objektiv sein, da sie eindeutig die Position Kiews unterstützt“, sagte Lisková, die sich 2014 um den Posten der Bürgermeisterin der Stadt Ostrava beworben hatte.

 

„Donezk macht einen guten Eindruck, es ist schön und grün. Die Spuren der Zerstörungen sind fast nicht zu sehen, das Leben im Allgemeinen läuft wieder in seinen friedlichen Bahnen. In den Vororten ist das anders. Die Dörfer hier sind stark beschädigt, Schulen, Krankhäuser und Wohnhäuser zerstört worden. In der Nähe des Flughafens haben wir Häuser mit Spuren der Bombardements der ukrainischen Armee gesehen“, so Lisková.

 

Lisková sei vor allem darüber erstaunt, dass die Menschen hier trotz allem versuchten, ihr Leben in die friedliche Bahn zu bringen.

 

Was die Waffenruhe angeht, so sei es der tschechischen Delegationsvertreterin zufolge in Donezk selbst ganz ruhig. 20 Kilometer von der Stadt entfernt seien aber Schüsse zu hören, die keine wahrlich Militärübungen seien.

 

Die humanitäre Lage, vor allem in Bezug auf Lebensmittel, sieht Lisková als nicht besonders düster, obwohl es auch hier viel auszusetzen gebe:

 

„Ich kann sagen, dass die notwendige Auswahl vorhanden ist, obwohl auch nicht in dem Ausmaß, wie wir es zu Hause gewohnt sind. Wie ich es verstanden habe, ist die Mehrheit dieser Lebensmittel und Güter humanitäre Hilfe aus Russland, da Kiew seine Blockade fortsetzt. Die Einwohner von Donezk können aber das Nötigste kaufen.“

 

Die Donezker Regierung habe immerhin Interesse an humanitären Hilfe aus Tschechien gezeigt, so Lisková weiter. Die Delegation habe dies im Außenministerium der Republik besprochen.

 

„Wir haben auch die Möglichkeit einer zukünftigen Zusammenarbeit erörtert. Donezk und Ostrava sind doch Partnerstädte“, fügte die Tschechin hinzu.

 

 

Quelle: Sputniknews