Jene Waffen, die Deutschland an die Peschmerga im irakischen Kurdengebiet lieferte, landen via Waffenhändler beim «Islamischen Staat». In diesem Krieg zählt wohl auch nur das Geld, nicht die Zugehörigkeit zu einer Kriegspartei zum Hauptfaktor.
 
In den letzten Monaten versorgte Deutschland die Kämpfer im autonomen kurdischen Gebiet im Nordirak mit einigen Waffen. Darunter 500 «MILAN» Anti-Panzer-Raketen, 14.000 G36 Sturmgewehre, 20 Millionen Schuss Munition und einige schwer gepanzerte ATF Dingo Mannschaftstransportwagen. Wie Al-Alam unter Berufung auf eine kurdische Quelle berichtet, verkaufen Waffenhändler und -schmuggler jedoch einen Teil der deutschen Waffen, welche der Peschmerga für den Kampf gegen den «Islamischen Staat» geliefert wurden, eben an die Extremistengruppe.

 

Es zeigt sich damit wieder einmal, dass Waffenlieferungen in Kriegsgebiete – auch wenn sie an «Verbündete» geliefert werden – stets ein gewaltiges Sicherheitsrisiko sind. Man kann eben nicht ausschließen, dass einige der Waffen über dubiose Kanäle auch in den Besitz des Feindes gelangen, der damit eigentlich bekämpft werden sollte. Insofern erscheint es auch wenig sinnvoll, die kurdischen Peschmerga im Nordirak weiterhin mit Waffen zu versorgen, wenn diese dann über Schmuggler ohnehin beim «Islamischen Staat» landen, weil sich die Kurden so ihre Schlepper nach Europa finanzieren wollen.

 

Quelle: Contra Magazin