Die Politik des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zielt darauf ab, jede Nonkonformität im Staat auszurotten. Wie das US-Magazin „Foreign Policy“ schreibt, sind alle Bevölkerungsschichten – von Kindern bis zu älteren Menschen – davon betroffen.

 

In der Provinz Diyarbakir läuft in den letzten Monaten eine Sonderoperation des türkischen Militärs gegen die Kämpfer der Arbeiterpartei Kurdistans, die in mehreren Ländern als terroristisch eingestuft wurde. Bei den Kampfhandlungen werden immer öfter Zivilisten getötet.

 

„Foreign Polidy“ zitiert eine Ortsbewohnerin und Mutter eines vom Militär getöteten Minderjährigen: „Das sind nur Kinder. Wie können all diese Kinder nur Terroristen sein?“

 

Die Türkei habe allen Grund, ein Wachstum des Terrorismus wegen der Aktivitäten der Terrorgruppierung „Islamischer Staat“ und wegen der aktiv gewordenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) zu fürchten, aber das Wort „Terrorismus“ sei in den letzten Monaten faktisch mit dem Begriff „Nonkonformität“, mit einer ablehnenden Haltung gegenüber der türkischen Regierung, gleichgesetzt worden, schreibt „Foreign Policy“.

 

„Andersdenkende – Journalisten, Menschenrechtler, Wissenschaftler, Oppositionspolitiker – werden wegen einer angeblichen Propaganda im Namen von Terrororganisationen inhaftiert“, schreibt das Journal.

 

 

Die türkischen Behörden führen seit Dezember 2015 Sonderoperationen in mehreren vorwiegend von Kurden bewohnten Regionen im Südosten des Landes, wo es zu Auseinandersetzungen zwischen Soldaten und PKK-Mitgliedern kommt. Nach Angaben des Generalstabs der türkischen Streitkräfte sind seit Mitte Dezember in dieser Region mehr als 1.000 kurdische Kämpfer getötet worden. Vertreter der pro-kurdischen Demokratischen Partei der Völker behaupten hingegen, dass beim Militäreinsatz Hunderte Zivilisten getötet worden seien.

 
Quelle: Sputniknews