Der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann hat Angela Merkel wegen ihrer Flüchtlingspolitik scharf kritisiert: Merkels Politik sei unfair und könne dazu führen, dass Österreich Schaden nimmt.

 

Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat in der Flüchtlingskrise erneut scharfe Kritik am Verhalten von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) geübt. «Ich habe ein persönlich gutes Verhältnis zu ihr. Aber ein politisch sehr gespanntes», sagte Faymann der «Presse am Sonntag». Deutschlands Verhalten sei Österreich gegenüber «ausgesprochen unfair». «Merkels Politik kann dazu führen, dass Österreich Schaden nimmt. Wir wollen aber nicht die Pufferzone für Deutschland sein», sagte Faymann.

 

Deutschland könne an seiner Grenze relativ einfach einen Rückstau von Flüchtlingen auslösen, die durch Österreich wollten, sagte Faymann. Er wünsche sich, dass Merkel klar sage, dass Menschen nicht über illegale Wege einreisen könnten. In den vergangenen Monaten habe sich herausgestellt, dass die angestrebte europäische Lösung nicht funktioniere. Deshalb habe Österreich mit eigenen Obergrenzen handeln müssen. Auch Deutschland sollte diesem Beispiel folgen, so Faymann.

 

Deutschland hatte im Januar klammheimlich die Grenzen für Wirtschaftsflüchtlinge geschlossen. Österreich sah sich in der Folge gezwungen, seine eigenen Grenzen zu schließen. Die Maßnahme löste einen Dominoeffekt aus und führte schließlich zur Sperrung der gesamten Balkan-Route.

 

Quelle: Deutsche Wirtschafts Nachrichten