Die Ukrainer Anastasia Rachmangulowa und Wladimir Sakun sind wohl als erste Schachspieler in die Geschichte eingegangen, bei denen es bei einem Turnier zu einer Körperverletzung gekommen ist. Der Trainer von Rachmangulowa hat ihren Gegner Sakun der Respektlosigkeit verdächtigt und ihm ins Gesicht geschlagen, wie RT am Montag berichtet.

 

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Michail Gerassimenjuk und Anastasia Rachmangulowa

 

 

Das Schachturnier „Memorial von Nikolaj Schelest“ im ukrainischen Nilokajew mündete laut RT in einen Skandal. Anastasia Rachmangulowa, die 2015 ukrainische Meisterin wurde, trat gegen einen der stärksten Schachspieler von Nilokajew, Wladimir Sakun, an.

 

Der 21-jährigen Rachmangulowa, die mit weißen Figuren gespielt hatte, sei am Ende ein Fehler unterlaufen. Nach Angaben von Augenzeugen hatte Sakun alles kalkuliert und mit unbedeutenden Zügen einfach die Zeit totgeschlagen.

 

Die Schachspielerin sei deswegen dermaßen verstimmt gewesen, dass ihr Trainer, Michail Gerassimenjuk, ihr zu Hilfe geeilt sei. Doch anstatt seinen Schützling zu beruhigen, hat er laut örtlichen Medien Sakun „zwei Ohrfeigen“ verpasst. Dieser musste sich dann an einen Arzt wenden: Er hatte eine aufgeplatzte Augenbraue und Nasenwurzel sowie geplatzte Kapillaren im Auge.

 

Rachmangulowa habe sich später allerdings für ihren Trainer entschuldigt, dem nun eine Disqualifizierung drohe. Über den Zwischenfall  sei inzwischen auch die Schachföderation der Ukraine informiert worden.

 

Einem in Schachkreisen bekannten Experten zufolge sind Schachspieler ein heißblütiges Volk. Wenn sie aber die Situation mit Fäusten regeln wollen, würden sie dafür einen Platz außerhalb der Clubs wählen, in dem sie spielen und trainieren. Das sei das erste Mal in der Geschichte des Schachspiels gewesen, dass es mitten in einer Schachpartie zu einem tätlichen Übergriff gekommen sei, und das bei einem angesehenen Schachturnier.

 

Quelle: Sputniknews