Die NATO hat nicht nur einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Jugoslawien geführt, sondern diesen auch noch mit radioaktiven Bomben vollzogen. Das Resultat: Rund 10.000 Krebstote.
 
Die unrühmliche Geschichte des transatlantischen Militärbündnisses ist um eine Facette reicher. Nicht nur im Irak setzten die USA und Großbritannien Uranmunition ein, sondern auch in Jugoslawien während des Kosovo-Krieges. Die Folgen: Eine enorme Anzahl an Krebserkrankungen, viele davon mit tödlichem Verlauf. Die Nachwirkungen des Einsatzes von Sprengsätzen mit abgereichertem Uran sind auch heute noch zu sehen.

 

So teilte der serbische Verband zur Krebsbekämpfung mit, dass allein zwischen 2001 und 2010 in Serbien rund 15.000 zusätzliche Krebserkrankungen zu verzeichnen waren, wovon rund 10.000 tödlich verliefen. Insgesamt, so Verbandsleiter Slobodan Čikarić gegenüber der Nachrichtenagentur Beta, habe es in diesem Zeitraum etwa 330.000 Krebserkrankungen in Serbien gegeben. Die Todesrate in Serbien sei infolge der wachsenden Anzahl an Krebserkrankungen jährlich um 2,5 Prozent gestiegen, wie die serbische Tageszeitung «Politika» berichtet.
 
Wie viele Tonnen an radioaktiven Bomben über Serbien, Montenegro und dem Kosovo abgeworfen wurden, ist zumindest offiziell nicht bekannt gegeben worden. Auch hieß es bislang, dass nur «einzelne Ziele» im Süden Serbiens, in Teilen des Kosovo und an der Küste Montenegros abgeworfen wurden. Wenn es um das Ausmaß der radioaktiven Verseuchung des Landstrichs geht, ist man im Brüsseler NATO-Zentrum äußerst still. Doch angesichts des Wissens darum, welche langfristigen Auswirkungen diese Bomben haben, kann man dies nur als Kriegsverbrechen bezeichnen.

 

Von Marco Maier