Türkische Grenzsoldaten schießen neuerdings auf Flüchtlinge aus Syrien, die sich über die Grenze zur Türkei vorm Krieg in ihrem Land retten wollen. Dies berichtet die britische Zeitung The Times unter Berufung auf Daten der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

 

„16 Migranten, einschließlich drei Kinder, wurden in den letzten vier Monaten von Grenzsoldaten erschossen, als sie versuchten, die Grenze zur Türkei zu überqueren“, schreibt die Zeitung.

 

Die Beobachtungsstelle für Menschenrechte konnte in Syrien mit Fakten nachweisen, dass am 6. Februar im östlichen Abschnitt der türkisch-syrischen Grenze nahe der Stadt Ras Al-Ain ein Mann mit einem Kind erschossen wurde. Zwei weitere Migranten sollen am 5. März im westlichen Teil bei Guvveci getötet worden sein.

 

Wie ein Offizier der Freien syrischen Polizei, die von Großbritannien unterstützt wird, sowie ein in der Türkei lebender syrischer Schmuggler bestätigt haben sollen, ist die tatsächliche Anzahl der erschossenen Flüchtlinge wesentlich höher, so The Times. Dabei versuchten Syrer weiter, auf der Flucht vor Krieg in die Türkei zu gelangen, so die Quelle der Zeitung, doch jetzt „werden sie entweder erschossen oder festgenommen“.

 

„Früher haben türkische Soldaten den Flüchtlingen über die Grenze geholfen, haben sogar ihre Taschen getragen. Aber jetzt schießen sie auf die Migranten“, so der Schmuggler, der ungenannt bleiben wollte.

 

Glücklich könne sich schätzen, so der Schmuggler, wer angeschossen und auf türkischer Seite der Grenze falle. Dann würde derjenige in ein türkisches Krankenhaus gebracht und dürfe vorerst im Land bleiben. Die Flüchtlinge, die dagegen auf syrischem Territorium getroffen würden, „werden zurück geschliffen, wo sie in der Kriegszone begraben werden“, so The Times unter Berufung auf den Schmuggler. Eben aus diesem Grunde sei die genaue Zahl der erschossenen Flüchtlingen nicht zu ermitteln.

Die Türkei greife seit Dezember auf diese „strengen Maßnahmen“ zurück. Das sei eine Reaktion auf den Druck seitens des Westens, den Migrantenzustrom in die EU deutlich zu senken.

The Times weist außerdem darauf hin, dass derartige Informationen den Flüchtlings-Deal zwischen der EU und der Türkei in Frage stelle. Diesem zufolge müsse die Türkei als sicheres Drittland auftreten, wohin Flüchtlinge aus Europa zurückgeschickt werden können. Die Realität, so das britische Blatt, sehe derweil ganz anders aus.

 

Quelle: Sputniknews