Armenien und Aserbaidschan haben einander vorgeworfen, die Waffenruhe an der Berührungslinie zwischen den Kräften der nicht anerkannten Republik Berg-Karabach und Aserbaidschan verletzt zu haben. Diesbezügliche Erklärungen haben die Verteidigungsministerien beider Länder abgegeben.

 

So haben die aserbaidschanischen Streitkräfte in der Nacht auf Samstag laut der armenischen Seite eine Offensive in einer Reihe von Richtungen der Zone des Bergkarabach-Konfliktes geführt.

 

Der Sprecher des armenischen Verteidigungsministeriums, Arzrun Owannisjan, schrieb auf seinem Facebook-Account: „Aserbaidschan hat eine Offensive begonnen. Entlang der Grenze zu Bergkarabach ist es zu erbitterten Gefechten gekommen.“

 

Ihm zufolge hat die aserbaidschanische Seite mehrere Ortschaften und Dislozierungsorte einiger Truppenteile mit Artillerie angegriffen.

 

Die armenische Armee habe jedoch eine Gegenoffensive starten können.

 

„Die beiden Seiten haben Verletzte. Die aserbaidschanische Seite hat zahlreiche Verluste zu beklagen. Ein Hubschrauber wurde abgeschossen. Wir haben jetzt die Initiative bei den Kampfhandlungen übernommen“, schrieb Owannisjan.

 

 

 


Seinerseits wies das aserbaidschanische Verteidigungsministerium die Mitteilungen über den Abschuss des Helikopters zurück und meldete einen intensiven Artilleriebeschuss der entlang der Berührungslinie liegenden Ortschaften durch die armenischen Streitkräfte.

 


 

 

​„In der Nacht auf Samstag hat die armenische Seite alle Stellungen der aserbaidschanischen Armee entlang der Fronlinie mit überschweren Waffen, Granatwerfern und Artilleriegeschützen intensiv beschossen“, berichtet der Pressedienst des aserbaidschanischen Militäramtes.
 

„Gleichzeitig wurde eine Reihe von Ortschaften im Raum der Berührungslinie unter Beschuss genommen“, heißt es.

 
Die Republik Berg-Karabach, die hauptsächlich von Armeniern bewohnt ist, hatte 1991 die Unabhängigkeit von Aserbaidschan ausgerufen. Baku erklärte diesen Schritt für illegitim und löste die Autonomie von Karabach auf. Daraufhin kam es zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Am 12. Mai 1994 trat ein Waffenstillstandsabkommen in Kraft. Aserbaidschan verlor die Kontrolle über Berg-Karabach sowie vollständig bzw. teilweise über sieben benachbarte Kreise.   Verhandlungen über die friedliche Beilegung des Konflikts werden seit 1992 im Rahmen der Minsker OSZE-Gruppe geführt. Ihre Ko-Vorsitzenden sind die USA, Russland und Frankreich.  
 
Quelle: Sputniknews