Nach der Kritik des US-Präsidenten Barack Obama am Umgang der türkischen Behörden mit den Medien zeigt sich nun der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan enttäuscht. Obama habe den Kommentar „hinter seinem Rücken“ gemacht.

 

Erdogan und Obama hatten sich am Rande des Atom-Gipfels in Washington getroffen. Obama äußerte dabei seine Besorgnis über das Vorgehen der türkischen Regierung gegen die Medien im Lande. Es gebe in der Türkei ein paar Entwicklungen, über die er beunruhigt sei. Der gegenwärtige Umgang mit den Medien ist laut Obama „einer, der die Türkei abwärts führen könnte, was besorgniserregend wäre“. Dabei betonte Obama, er habe dem türkischen Staatschef all dies direkt gesagt.

 

Erdogan zeigte sich von diesem Kommentar enttäuscht. Dieses Thema sei bei seinem Treffen mit Obama nicht behandelt worden.

 

„Dieses Thema wurde bei meinem Treffen mit Herrn Obama nicht zur Sprache gebracht. Er hat mit mir über diese Dinge nicht gesprochen. In unseren vorherigen Telefongesprächen hatten wir andere, praktischere Themen als die Pressefreiheit erörtert. Ich bin traurig, dass dieser Kommentar hinter meinem Rücken gemacht wurde“, zitiert die türkische Nachrichtenagentur DHA Erdogan.

Dem türkischen Präsidenten zufolge gibt es in seinem Land doch Pressefreiheit, da Medien, die ihn als „Dieb“ und „Mörder“ bezeichnen, nicht verboten werden.

„Wenn in der Türkei tatsächlich eine Diktatur herrschen würde, wie können diese Zeitungen denn erscheinen? Solche Beleidigungen und Bedrohungen sind im Westen verboten. Und das hätte ich auch Obama gesagt, wenn er diese Frage auf die Tagesordnung unserer Verhandlungen gesetzt hätte“, so der türkische Staatschef weiter.

 

Zuvor hatte US-Außenminister John Kerry erklärt, die Beziehungen zwischen den USA und der Türkei entwickelten sich wegen der Situation mit der Pressefreiheit „nicht in eine positive Richtung“. In der Türkei war kürzlich die regierungskritische Zeitung „Zaman“ unter Zwangsverwaltung gestellt worden. Außerdem läuft ein Spionage-Prozess gegen zwei führende Journalisten der Zeitung „Cumhuriyet“.

 

Quelle: Sputniknews