Das Militär der nicht anerkannten Republik Bergkarabach hat in der Nacht zum Sonntag nach eigenen Angaben 15 Kampf- und Schützenpanzer der aserbaidschanischen Armee zerstört. Aserbaidschan hat bislang den Verlust von einem Panzer und einem Hubschrauber bestätigt. Nach aserbaidschanischen Angaben wurden zehn armenische Panzer bekämpft.

 

Die Gefechte zwischen Armenien und Aserbaidschan waren am Samstag eskaliert. Bei den Kämpfen, den schwersten seit 1994, soll es bisher Dutzende Todesopfer gegeben haben. Beide Seiten machen sich gegenseitig für die Eskalation verantwortlich. Russlands Präsident Wladimir Putin hat ein sofortiges Ende der Gefechte gefordert. Der aserbaidschanische Botschafter in Moskau Polad Bjulbjul-olgy sagte am Samstag, sein Land sei zu einer militärischen Lösung des Bergkarabach-Problems bereit.

 

„In den vergangenen 24 Stunden hat die Verteidigungsarmee von Bergkarabach 15 Kampfpanzer, Schützenpanzer und andere gepanzerte Technik vernichtet“, teilte Sensow Asratjan, der Armeesprecher der nichtanerkannten Region, gegenüber der Nachrichtenagentur RIA Novosti mit. Informationen aus Aserbaidschan, bei den Nachtgefechten seien zehn armenische Panzer zerstört worden, wies er als falsch zurück.

 

Die südkaukasischen Republiken Armenien und Aserbaidschan befinden sich seit dem Zerfall der Sowjetunion in einer anhaltenden Auseinandersetzung um Bergkarabach, ein Gebiet im islamisch geprägten Aserbaidschan, das mehrheitlich von christlichen Armeniern bewohnt wird.

 

Nachdem sich Bergkarabach 1991 für unabhängig erklärt hatte, kam es zu einem blutigen Krieg mit etwa 30.000 Toten und einer Million Flüchtlingen. Aserbaidschan verlor dabei die Kontrolle über Bergkarabach und sieben anliegende Regionen. Bis heute gibt es keinen Durchbruch in den Beziehungen zwischen Armenien und Aserbaidschan, obwohl sich die USA, Russland und Frankreich seit 1992 um die Beilegung des Streites bemühen.

 
Quelle: Sputniknews