Georgien ist bereit, bei den Verhandlungen im Berg-Karabach-Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan zu vermitteln, wie der georgische Generalstabschef Wachtang Kapanadse am Montag gegenüber Journalisten sagte.

 

„Wenn es die Möglichkeit gibt, kann Georgien eine Vermittlungsrolle übernehmen. Georgien ist eines der Länder, die gute Beziehungen zu beiden Staaten haben“, so Kapanadse.

 

Der Generalstabschef äußerte erneut die Hoffnung, dass die Kampfhandlungen im Konfliktraum möglichst schnell eingestellt werden könnten. Die georgische Seite verfolge aufmerksam das Geschehen und „unterhält engen Kontakt zu ihren armenischen und aserbaidschanischen Kollegen“.

 

Der Konflikt um Berg-Karabach flammte am Samstag wieder auf. Armenien und Aserbaidschan machen sich gegenseitig für die Eskalation verantwortlich. Bei den Kämpfen, den schwersten seit 1994, seien mindestens 33 Menschen getötet und mehr als 200 verletzt worden, wie es im aktuellen Bericht des UN-Amtes für Koordinierung humanitärer Angelegenheiten heißt.

 

Die südkaukasischen Republiken Armenien und Aserbaidschan befinden sich seit dem Zerfall der Sowjetunion in einer anhaltenden Auseinandersetzung um Berg-Karabach, ein Gebiet im islamisch geprägten Aserbaidschan, das mehrheitlich von christlichen Armeniern bewohnt wird.

 

Nachdem sich Berg-Karabach 1991 für unabhängig erklärt hatte, kam es zu einem blutigen Krieg mit etwa 30.000 Toten und einer Million Flüchtlingen. Aserbaidschan verlor dabei die Kontrolle über Berg-Karabach und sieben anliegende Regionen. Bis heute gibt es keinen Durchbruch in den Beziehungen zwischen Armenien und Aserbaidschan, obwohl sich die USA, Russland und Frankreich seit 1992 um die Beilegung des Streites bemühen.

Quelle: Sputniknews