Die Süddeutsche Zeitung rühmt sich gerne als ein sogenanntes „investigatives Blatt“, welches gerne über Missstände auf der ganzen Welt berichtet. Über die eigenen Missstände in ihrer Berichterstattung wird dabei gerne hinweggetäuscht. Aktuell soll man zusammen mit dem Konsortium für investigativen Journalismus durch die Veröffentlichung der Panama-Papers wieder einen großen Coup gelandet haben. Dabei wird Hetze als wieder mal als Qualitätsjournalismus verkauft.

 

Die Panama-Papers sind in aller Munde. Investigativ-Reporter von mehr als 110 Medien aus 80 Ländern rühmen sich – die Süddeutsche Zeitung allen voran – mit der großen „investigativen Leistung“ ein Daten-Leck aus über 215.000 Briefkastenfirmen enthüllt zu haben. Mit datenjournalistischen Methoden wurden dann Infografiken produziert, die wieder mal das Bild vom „bösen Putin“ zeichnen sollen, obwohl diese Lecks bisher keinen Rückschluss zulassen, die den russsischen Präsidenten juristisch belasten können. Mit von der Partie ist natürlich das unverzichtbare Konsortium für investigativen Journalismus (ICIJ), über das Contra Magazin letzte Woche bereits berichtet hat.

 

Die Süddeutsche Zeitung steht zusammen mit den öffentlich-rechtlichen Portalen WDR und NDR in einem Rechercheverbund, der mitunter mit GEZ-Gebühren finanziert wird. Zudem ersheint der Name des Münchner Blattes öfers in den Meldungen der zwangsfinanzierten Medien, worin viele private Medien einen unberechtigten Wettbewerbsvorteil sehen. Mit vollen Hosen lässt es sich leicht stinken. Und die investigativen Berichte der Süddeutschen Zeitung stinken oftmals gewaltig.

 

Ein ehemaliger Journalist der Berliner Tageszeitung hatte im vergangenen Jahr über Misstände in der Süddeutschen Zeitung gesprochen. Es ging darum, dass man es oftmals nicht genau mit der Trennung zwischen Journalismus und Werbung genau genommen hatte. Wenige Tage später musste der taz-Journalist seinen Platz räumen. Er soll die Kollegen in der Redaktion mit einem Key-Logger ausspioniert haben. Und auch aktuell scheint die Grenze zwischen Journalismus und politischer Agitation viel Spielraum für die Süddeutsche Zeitung zu haben. Aber nicht nur für das linksliberale Blatt aus München, sondern auch für die angelsächsischen Kollegen.

 

Wie gesagt: Obwohl Putin kaum in einem einzigen Dokument konkret belastet wird, steht er im Mittelpunkt dieser Leaks. Es ist einfach aus einem Konglomerat aus über 100.000 Dokumenten schnell eine unbeteiligte Person in den Mittelpunkt zu stellen. Konkret will man damit eines erreichen: Auch wenn man lediglich im Konjunktiv den russischen Präsidenten in Verbindung mit den Panama-Papers bringt, soll bei den Lesern oder Zuschauern das Bild eines Präsidenten gezeichnet werden, der Steuerhinterziehung und Geldwäsche betreibt. Diese Misstände hat das Datenleck aktuell enthüllt, aus dem solche Machenschaften über die Anwaltskanzlei Mossack Fonseca veranlasst, hervorgegangen sein sollen.

 

Ob diese Enthüllungen selbst juristisch sauber sind, wird kaum erörtert. Die Kanzlei Mossack sieht in diesen Enthüllungen „ein Verbrechen“ und einen „Angriff auf Panama“, wie man gegenüber der Agentur AP mitteilte. Die aktuellen Enthüllungen sind wieder einmal ein Beispiel für die verlogene Arbeit von westlichen Medien, die rabullistisch versuchen den russischen Präsidenten zu schaden und in ein schlechtes Licht zu rücken. Über die anderen Betroffenen wie der ukrainische Präsident Poroschenko, dessen Ausweis sogar in diesen Leaks auftaucht wird dann eher am Rande berichtet.

 

Von Christian Lehmann

 

 

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