Wow, da haben sie was geleistet, die Investigativjournalisten des Internationalen Konsortiums investigativer Journalisten ICIJ: 11 Millionen Dokumente, das größte Datenleck der Geschichte, wie es heißt. Wie die Marktschreier verkaufen die beteiligten Medien, in Deutschland u.a. die Süddeutsche Zeitung SZ, den Coup.

 

panamapapers

 

Am Sonntagabend kam die erste Meldung, als andere Medien nicht reagieren konnten, reißerisch war Putin die erste Titelstory. Nach nicht einmal 48 Stunden geht die Besoffenheit zurück und Fragen werden gestellt. Der Coup ist wohl kein Sieg der unabhängigen Presse, sondern ein Informationskrieg der USA, bei dem die Medienhandlanger mitverdienen dürfen.

 

Zuerst sollte man die Frage nach dem Rechercheverbund zwischen SZ und den öffentlich-rechtlichen, gebührenfinanzierten Sendern WDR und NDR stellen. Er steckt auch jetzt wieder dahinter. Die private SZ verschafft sich einen Vorteil, indem sie auf die Ressourcen von staatsfinanzierten Sendern zurückgreift, na ja, und die Sender hoffen dann auf Wohlwollen bei der SZ in der Berichterstattung. Ein gutes Geschäft auf Kosten Dritter.

 

Nun aber ist mit ICIJ gleich noch ein weiterer, viel größerer Rechercheverbund dabei. Unterstützt wird der vom US Center for Public Integrity, das wieder wird unterstützt vom Rockefeller Family Fund, vom Carnegie Endowment, von der Ford Foundation, von der Open Society Foundation (Soros) usw. Jetzt schon das Fallbeil runterzulassen und zu sagen, das ist alles gesteuert, das wäre viel zu früh, es kommt noch besser.

 

Seit Jahren schon ist bekannt, dass die USA zwar das Ausland unter Druck setzen, alle Daten von US-Steuersündern an die US-Behörden zu übermitteln, sie selber aber keine Daten von Steuerpflichtigen rausgeben. Im Gegenteil hat sich in den USA eine richtige Steueroase gebildet, wie in Delaware, Nevada, Wyoming oder Miami (Bericht finews 08.03.2013). Die Sendung plusminus berichtete darüber schon am 27.05.2015. Es ist ganz leicht, in bestimmten US-Staaten anonym Firmen zu gründen, sogar ohne Buchhaltungs- oder Bilanzpflicht. Mit dieser Firma kann man dann z.B. Immobilien kaufen und alles bar bezahlen. Die US-Makler sind vom Geldwäschegesetz ausgeschlossen. Bei uns alles unvorstellbar, in den USA aber Realität. Die gleichen USA setzen Steuerbehörden und Banken anderer Länder gnadenlos unter Druck, während sie selber Finanzoasen schaffen und damit eine Menge Investitionsgelder ins Land holen. Die USA beteiligen sich auch ganz offiziell nicht an einem internationalen Abkommen über den automatischen Informationsaustausch zwischen den Finanzbehörden.

 

Die Panama Papers passen super in das Konzept der USA: Seht her, nur bei uns ist euer Geld sicher. Kommt und investiert, auch wenn euer Geld aus dunklen Kanälen stammt. Niemand in der Welt kann die USA zwingen, Auskunft zu geben. Zudem stellen die USA sicher, dass das Geld unter ihrer Kontrolle ist. Jeder Millionär weiß, ich bin nur so lange sicher, so lange ich nicht gegen die USA arbeite. Ein super Deal für die US-Regierung und den Dollar stärkt es auch noch.

 

Die Namen, die bekannt werden, sind entweder Bauernopfer oder die Namen von Leuten, die man ohnehin bekämpfen möchte, wie Putin oder die chinesische Führung. Putin selber taucht in den Papieren gar nicht auf, trotzdem war er die erste Schlagzeile. Diese selektive Auswahl der bekannt gegebenen Namen, zusammen mit den Unterstützern des Journalistennetzwerks und der Steueroasen-Politik der USA ergibt zumindest das Bild einer heuchlerischen Kampagne, wenn man es nicht gleich einen Informationskrieg nennt. Deutsche Medien sind wieder einmal gut bezahlte Handlanger im Dienste der USA. Man verkauft nicht nur gerne seine Zeitung, sondern auch sich selbst.

 

 

Beitrag plusminus (verfügbar bis 25.05.2016)

Steueroase Miami

Sonstige Quellen: ICIJpublicintegrity

 

 

Von Dr. Christian Weilmeier

 

 

 

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