Wegen Beschuss und Wirtschaftsblockade droht im Osten der Ukraine nun eine Hungersnot: Laut UN-Angaben hungern bereits rund 1,5 Millionen Menschen in der Region, etwa 300.000 benötigen dringend Lebensmittelhilfen.

 

„Zwei Jahre der Gewalt, des Beschusses und der Angst haben unauslöschliche Spuren im Leben Tausender Menschen im Osten der Ukraine hinterlassen“, sagte Giancarlo Stopponi, Landesdirektor des UN-Welternährungsprogramms in der Ukraine. „Weil der Konflikt andauert, müssen wir Zugang zu diesen Menschen bekommen. Wir rufen alle Konfliktparteien dazu auf, bei der Sicherstellung eines ungehinderten humanitären Zugangs zu den Bedürftigen zu helfen.»

 

OSZE-Beobachter hatten zuvor vor einer humanitären Katastrophe im Donbass durch die Kiewer Blockade gewarnt.

 

Im Osten der Ukraine schwelt seit rund zwei Jahren ein militärischer Konflikt. Die ukrainische Regierung hatte im April 2014 Truppen in die östlichen Kohlefördergebiete Donezk und Lugansk geschickt, nachdem diese den nationalistischen Staatsstreich vom Februar in Kiew nicht anerkannt und unabhängige „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten. Bei den Gefechten zwischen dem Kiew-treuen Militär und den örtlichen Bürgermilizen sind laut UN-Angaben mehr als 9000 Menschen ums Leben gekommen.

 

Seit September gilt in der Region eine Waffenruhe, die jedoch immer wieder verletzt wird. Die Regierung in Kiew hat gegen die abtrünnigen Regionen zudem eine Wirtschafts- und Verkehrsblockade verhängt.

 

Quelle: Sputniknews