Kritik über die Veröffentlichung der Panama-Papers kam nur aus Moskau. Die Transparenz-Plattform WikiLeaks kritisierte ebenfalls den Umgang mit den Dokumenten, die seit Beginn der Woche von den westlichen Leitmedien als eine große Sensation verkauft wird.

 

Bereits vor der Veröffentlichung berichtete Contra Magazin über das Internationale Konsortium für investigativen Journalismus, welches überwiegend von Soros und seiner Open Society Stiftung finanziert wird. Über die Panama-Papers, die das Konsortium eine Woche später als die große Sensation verkaufte, kommt nun direkte Kritik von WikiLeaks, wie man auf der folgenden Twitter-Meldung sehen kann.

 

 

 

Konkret geht es um die Frage, ob die US-Behörde USAID bei der Veröffentlichung der Dokumente behilflich gewesen ist. Das USAID (United States Agency for International Developement) ist eine US-Regierungsbehörde, die sogenannte Entwicklungsprojekte weltweit finanziert. Durch großzügige Spenden wurde, wie das Luxemburger Tageblatt berichtet, der Maidan-Putisch finanziert, die letztlich den jetzigen Präsidenten Poroschenko an die Macht gebracht hatte.   Weiter im Visier der Whistleblower-Plattform steht das Recherchezentrum OCCRP, welches sich mit der Korruption weltweit beschäftigt. Und natürlich steht die Stiftung von Milliardär George Soros, die Open Society, im Mittelpunkt der Panama-Papers. Insoweit liegt der Schluss nahe, dass man mit diesen neuen Leaks konkret der Russischen Föderation schaden wolle. Die Aktivitäten des OCCRP liegend überwiegend in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion.    

 


Diese Tendenz zeichnet sich bereits dadurch ab, dass der Präsident der russischen Föderation in den veröffentlichten Leaks eine eigene Rubrik erhielt, obwohl er bislang nicht Kunde der Kanzlei gewesen ist, aus denen das Datenleck stammt. Neben der Problematik, dass durch das Datenleck innerhalb der Kanzlei Mossack Fonseca auch das Vertrauensverhältnis zwischen Anwalt und Mandant verletzt ist, kritisiert ein Sprecher von WikiLeaks die Tatsache, dass nicht allen Menschen die Daten öffentlich zugänglich gemacht werden.

 

In einer Twitter-Umfrage haben sich 95 Prozent der Teilnehmer für eine komplette Veröffentlichung der Panama-Papers ausgesprochen, die man in einer Datenbank mit Suchmaschinenfunktion nachlesen kann. Die dürfte sich zunächst wie bei der Veröffentlichung der Botschafter-Kabel durch WikiLeaks im Jahre 2011 als schwierig erweisen, denn das Datenvolumen der Panama-Papers hat bei Weitem ein größeres Ausmaß als die bisher insgesamt geleakten Dokumente von WikiLeaks.

 

Insgesamt dürften die geleakten Papers noch für eine Menge Diskussionssstoff sorgen. Abgesehen von der juristischen Perspektive, dürfte sich auch der Fokus auf die einseitige Kritik am russischen Präsidenten verstärken. Dieser wurde durch visuelle Infografiken immer wieder mit Personen in Verbindung gebracht, deren Name in den Dokumenten aufgetaucht ist. Insoweit muss man sich nicht wundern, dass ein solches Datenleck von amerikanischen Behörden und NGOs unterstützt wurden, auch wenn selbst amerikanischen sowie britische Firmen und Politiker auch in den Mittelpunkt des Datenlecks geraten ist.

 

Von Christian Lehmann

 

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